Abbreviatur: Mit Abbreviaturen (lateinisch: Abkürzungen) bezeichnet man in der Typographie Zeichen, die durch das Zusammenziehen von Buchstaben entstehen. Ein Beispiel dafür ist das Zeichen „&“, eine Kombination der Buchstaben „e“ und „t“ zu „et“ (lateinisch „und“).

Abfall:  sind gemäß Abfallgesetz vom 1.11.1986 bewegliche Sachen, deren sich der Besitzer entledigen will oder deren geordnete Entsorgung zur Wahrung des Wohls der Allgemeinheit, insbesondere des Schutzes der Umwelt, geboten ist. In Deutschland liegt der Anteil der Papier-, Pappe- und Verpackungsverbundanteile unter 25%.

Abfallend / Randabfallend: Von Abfallen spricht man bei Druckelementen (meist Bilder oder Flächen), die bis zum Rand einer Seite reichen. Vor allem in Zeitschriften und Katalogen findet man oft randabfallend platzierte Bilder. Sollen Bilder oder Flächen bis zum Rand reichen, müssen sie über den Rand hinaus gedruckt werden, beim Endbeschnitt wird dieser Randteil dann abgeschnitten. Diese Druckelemente müssen in der Regel 2-3 mm über den Seitenrand hinaus in den Beschnitt hineinragen.

Ablegen:  Mit Ablegen (auch Abliegen) bezeichnet man das Abfärben noch feuchter Druckfarbe auf der Rückseite des folgenden Druckbogens. Als Abhilfe bestäubt man die Bögen unmittelbar nach dem Druck mit Puder. Der Puder verhindert, dass die bedruckten Bögen sich berühren und untereinander abfärben. Allerdings kann es bei der Weiterverarbeitung zu Problemen führen.

Abmehlen:  Unter Abmehlen versteht man die Erscheinung, dass sich Farbpigmente vom bedruckten Papier lösen und sich die Farbe nach dem Trocknen vom Papier abreiben lässt. Ursache dafür ist grundsätzlich ein falsches Mengenverhältnis zwischen Pigment, Binde- und Lösemittel. In der Praxis kann es sich um zu stark verdünnte Farbe, zu wenig Bindemittel in der Farbe oder schlecht geleimtes Papier handeln.

Abscheuern:  entsteht durch mikrofeine, rauhe Oberflächenstrukturen bei matt gestrichenen Papieren

Acrobat:  Programm von Adobe, mit dem PDF-Dateien erzeugt werden können. Diese Dateien können auf jeder gängigen Rechnerplattform betrachtet werden. Eingebundene Schriften, Formate und Farben bleiben erhalten, auch wenn das Dokument in einem Programm erstellt wurde, das auf dem Rechner des Betrachters nicht vorhanden ist. Der dazu nötige Acrobat-Reader ist kostenlos im Internet erhältlich.

Additive Farben: Additive Farben entstehen durch die Addition von Licht unterschiedlicher Farbe. Mit den so genannten Grundfarben Rot, Grün und Blau lassen sich in der Theorie alle sichtbaren Farben bilden, wobei alle drei Farben zu gleichen Teilen übereinander projiziert Weiß ergeben. Das farbige Sehen des Menschen arbeitet mit rot-, grün- und blauempfindlichen Sinneszellen. Treffen beispielsweise rote und grüne Lichtstrahlen auf die entsprechenden Empfangszellen des Auges, so ergibt dies die Mischfarbe Gelb. Werden alle drei Farbempfänger erregt, dann sieht das Auge Weiß. Das gängige, vor allem bei Bildschirmen und Scannern eingesetzte additive Farbmodell RGB verwendet diese Grundfarben. Durch Mischen von je zwei dieser Farben zu gleichen Anteilen entstehen als Sekundärfarben Cyan, Magenta und Gelb, die ihrerseits die Grundfarben des subtraktiven Farbmodells CMYK bilden. Die additiven Grundfarben Rot, Grün und Blau lassen sich im additiven Farbsystem nicht aus anderen Farben mischen.

Affiche:  alternative Bezeichnung für Plakate

Akkolade:  Bezeichnung für die geschweifte Klammer { }

Akzidenz:  (lat. accidens – das Zufällige, das Veränderliche) Drucksachen kleineren Umfangs für Privatpersonen, Betriebe, Verwaltungen etc. Zeitungen, Zeitschriften und Werke sind keine Akzidenzen. Die Bezeichnung Akzidenz bürgerte sich dadurch ein, dass die Drucker im 15. Jahrhundert in der Regel hauptsächlich mit der Herstellung von Büchern beschäftigt waren und andere Arbeiten, eben Akzidenzarbeiten nur gelegentlich anfielen.

Alpha-Kanal:  Ein im Bild eingebetteter Kanal, der von Bildbearbeitungsprogrammen für die Ausgabe von Maskierungspfaden verwendet wird.

Altarfalz: Auch Fensterfalz genannt. Bei dieser Falzart wird ein Blatt so gefaltet, dass zwei Flügel entstehen.

Alterungsbeständigkeit: Nach der DIN-ISO 9706 gelten Papiere als alterungsbeständig, wenn sie ausschließlich aus Zellstoff hergestellt sowie säure- und holzfrei sind, zu mindestens 2 Prozent alkalische Puffersubstanzen zur Neutralisation von Säuren enthalten und einen pH-Wert von 7,5 bis 9,5 besitzen.

Altpapier:  ist der Menge nach der wichtigste Rohstoff der Papierherstellung. Sein Anteil am gesamten Faserstoffeinsatz der Papierindustrie lag 1995 bei über 60 % . (Zum Vergleich: Der Zellstoff-Anteil betrug 27,5 %.) Die Vorstellung von einem lückenlosen Kreislauf, bei dem das Altpapier der einzige Rohstoff der Papier- und Pappeherstellung wäre, ist bedauerlicherweise eine Illusion. Da sich bei jedem Einsatz die Qualität der Fasern verschlechtert, muss ständig ein Mindestmaß an frischem Material zugefügt werden.

Andruck: Der Andruck – auch Maschinen-Proof genannt – dient dazu, das zu erwartende Druckergebnis gleichsam einem Probelauf unmittelbar an der Druckmaschine zu kontrollieren. Vergleiche auch Color-Proof.

Anilindruck:  Ältere Bezeichnung für den Flexodruck

Anlage: Position der Vorder- und Seitenmarke, an denen jeder Druckbogen in der Druckmaschine ausgerichtet wird

Anschnitt: siehe Abfallend/Randabfallend

Anti-Aliasing: In der digitalen Bildbearbeitung erzeugt man durch Anti-Aliasing einen weicheren Übergang an Umrissen. Damit wird dem „Treppeneffekt“ entgegengewirkt, bei dem die einzelnen Pixel an den Rändern eine Treppe bilden.

Antiqua-Schrift: Als Antiqua-Schriften bezeichnet man Schriftarten, deren Buchstaben  kleine Endstriche (Serifen) tragen. Neben den Serifen sind wechselnde Strichstärke häufiges Merkmal der Antiqua-Schriften. Sie lassen sich in Lauftexten besonders gut lesen. Berühmtes Beispiel ist die Times.

Archivpapier:  Papier, das auf Dauerhaftigkeit ausgelegt ist und für Aufzeichnungen mit langer Lebensdauer verwendet wird.

ASCII:  Der „American Standard Code for Information Interchange“ ist ein 7-Bit-Code zur Kodierung von Zeichen und Sonderzeichen, der zum Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Computersystemen dient. Wenn überhaupt, wird bei Standard-ASCII das achte Bit als Paritäts-Bit eingesetzt. Beim Extended ASCII werden volle 8 Bit zur Zeichenkodierung benutzt, was die Zahl der kodierbaren Zeichen von 128 auf 256 verdoppelt. Jedoch sind nur die ersten 128 Zeichen genormt, in den folgenden 128 Zeichen sind zum Beispiel die Umlaute kodiert. Auf unterschiedlichen Betriebssystemen (und selbst bei Windows/DOS) sind sie leider unterschiedlich. Zur Umgehung dieser Probleme wurde in jüngster Zeit der 16bittige Unicode entwickelt.

Auflage: Stückzahl der herzustellenden Exemplare

Auflagendruck: Im Druckprozess erfolgt nach der Druckfreigabe (Imprimatur) der  Fortdruck.

Auflösung: Man unterschiedet drei Arten: Die Abtastauflösung gibt an, wie detailgetreu ein Scanner einzelne Elemente erfasst. Die Maßeinheit ist dpi (dots per inch).  Die Grauwertauflösung gibt an, welche Helligkeit bzw. Farbe ein Punkt (dot) hat. Beim Scannen wird jeder Grauwert einer bestimmten Stufe zugeordnet und erhält einen „Wert“. Ein 8-Bit-Scanner z. B. erfasst pro Grundfarbe(RGB) 8-Bit (256 mögliche Werte). Die Ausgabeauflösung gibt die Feinheit bei der Wiedergabe an. Maßeinheit ist auch hier dpi. Belichter haben oft eine Auflösung von 2540 dpi, Monitore dagegen nur eine Auflösung von 72 bis 144 ppi (pixel per inch).

Aufsichts-Vorlagen: Aufsichtsvorlagen sind undurchsichtig wie z.B. Fotos oder Zeichnungen aus Papier.

Aufzug-Tauen: Aufzug-Tauen ist die Bezeichnung für eine besonders zähe, gleichmäßig dichte Papiersorte, die zur Bespannung von Gegendruckzylindern in Druckmaschinen verwendet wird.

Ausschießen: Mit Ausschießen bezeichnet man in der Druckvorstufe das Anordnen der einzelnen Seiten eines Druckerzeugnisses zu einem Druckbogen, wobei insbesondere die spätere Falzung des gedruckten Bogens berücksichtigt werden muss.

Ausstattungspapier: Weiße und farbige Papiere,  vielfach geprägt oder mit Wasserzeichen, für anspruchsvolle Briefbogen. Ein Ausstattungspapier ermöglicht, das gesamte Geschäftspapier einer Firma (Briefbogen, Prospekte, Visitenkarten, Hüllen) einheitlich herzustellen.

Austauschformate: Man kennt eine Vielzahl von Datenformaten, die für den Austausch  zwischen einzelnen Verarbeitungsstufen dienen. Für Textdokumente  haben hier RTF (Rich Text Format) sowie das doc-Format des Textprogramms Word von Microsoft Bedeutung. Bei Bildern sowie Grafik unterscheidet man grundsätzlich zwischen pixel- und vektororientierten Formaten. Typische Bitmap- (Pixel-) Formate sind TIFF und JPEG,  Postscript arbeitet im Wesentlichen (vektor-) konturorientiert. Das vielfach eingesetzte Portable Document Format (PDF) von Adobe bietet eine Kombination aus Pixel- und Konturdaten und dient dazu, komplette Dokumente mit Text, Grafik und Bildern zu vereinen. „Offene Formate“ der jeweiligen Layoutprogramme sind unter Fachleuten auch verbreitet.

Autorenprogramm:  Programme, mit denen Multimedia-Produktionen erstellt werden können.

Autor-Korrektur: Nachträgliche Änderungen und Korrekturen, die vom Autor vorher nicht berücksichtigt wurden und daher in der Druckvorstufe zu Mehrarbeit und -kosten führen.

Autotypie: Mit Autotypie bezeichnet man ein durch Rasterung für den Druck aufbereitetes Halbtonbild. Es handelt sich dabei eigentlich um ein reines Schwarzweiß-Bild, bei der die Rasterung Halbtöne nur vortäuscht.

Autotypische Farbmischung: Die Art und Weise, wie beim Drucken gerasterter, farbiger Bilder der Farbeindruck entsteht. Die einzelnen Rasterpunkte werden teils nebeneinander, teils übereinander gedruckt. Daher findet sowohl additive als auch subtraktive Farbmischung statt. Auch unbedruckte, weiße Bildstellen tragen zum Farbeindruck bei.

Autotypische Rasterung:  Auch amplitudenmodulierte Rasterung genannt. Ein Verfahren um im Druck verschiedene Grau- und Farbtöne wiederzugeben. Im Gegensatz zur frequenzmodulierten Rasterung stehen die Bildpunkte bei der A.R. immer im gleichen Abstand zueinander und verändern für die verschiedenen Grauwerte lediglich ihre Größe.