Lexikon – Allgemeine Druckbegriffe

Hier erklären wir allgemeine Fachbegriffe aus der Druckindustrie, auch viele historische Begriffe sind dabei. Obwohl manche heute nicht mehr gebräuchlich sind, möchten wir nicht, dass sie vergessen werden.

Affiche

Definition:
alternative Bezeichnung für Plakate

Akzidenz

Definition:
(lat. accidens – das Zufällige, das Veränderliche) Drucksachen kleineren Umfangs für Privatpersonen, Betriebe, Verwaltungen etc. Zeitungen, Zeitschriften und Werke sind keine Akzidenzen. Die Bezeichnung Akzidenz bürgerte sich dadurch ein, dass die Drucker im 15. Jahrhundert in der Regel hauptsächlich mit der Herstellung von Büchern beschäftigt waren und andere Arbeiten, eben Akzidenzarbeiten nur gelegentlich anfielen.

Angeschnitten

Definition:
siehe Anschnitt

Anlage

Definition:
Position der Vorder- und Seitenmarke, an denen jeder Druckbogen in der Druckmaschine ausgerichtet wird

Auflage

Definition:
Stückzahl der herzustellenden Exemplare

Auflagendruck

Definition:
Im Druckprozess erfolgt nach der Druckfreigabe (Imprimatur) der Fortdruck.

Aufzug-Tauen

Definition:
Aufzug-Tauen ist die Bezeichnung für eine besonders zähe, gleichmäßig dichte Papiersorte, die zur Bespannung von Gegendruckzylindern in Druckmaschinen verwendet wird.

Ausschießen

Definition:
Mit Ausschießen bezeichnet man in der Druckvorstufe das Anordnen der einzelnen Seiten eines Druckerzeugnisses zu einem Druckbogen, wobei insbesondere die spätere Falzung des gedruckten Bogens berücksichtigt werden muss.

B2B

Definition:
Business to Business. B2B ist ein Schlagwort für eine neue Ausprägung von geschäftlichen Unternehmensbeziehungen im E-Commerce.

B2C

Definition:
Business to Customer. Geschäftsbeziehung zu Verbrauchern.

Bedruckbarkeit

Definition:
Die Bedruckbarkeit von Papier fasst alle Eigenschaften zusammen, die das Druckergebnis beeinflussen: Glanz, Glätte, Weißgrad, Opazität, Strich etc.

Blatt

Definition:
Als Blatt bezeichnet man Papier und Karton in ungefalztem Zustand, kleiner als DIN A3. Für Formate, die in ungefalztem Zustand größer als A3 sind, wird der Ausdruck Bogen verwendet.

Blindmuster

Definition:
Muster eines Buches o.ä. das die technischen Merkmale wie Format, Umfang, Papierqualität, Verarbeitung und Bindung zeigen soll.

Blindprägung

Definition:
In den Bedruckstoff wird eine Erhöhung eingedrückt. Sie findet Verwendung bei repräsentativen Drucksachen, wie z. B. Briefbogen. Die Prägung erfolgt ohne jede Farbe, daher der Name „Blindprägung“.

Bogen

Definition:
Ein Bogen ist ein auf Format geschnittenes Papier, größer als DIN A3. Gefalzte Bogen werden als Falzbogen bezeichnet. Siehe auch Blatt

Books on Demand

Definition:
Books on Demand („Bücher auf Anfrage“) werden einzeln nach Bestellung produziert. Dieses durch Digitaldruck ermöglichte Vorgehen kann bei kleineren Auflagen Kosten sparen.

Broschur/Broschüre

Definition:
Der Begriff Broschur stammt aus der Weiterverarbeitung und bezeichnet ein Buchbindeverfahren, bei dem der Umschlag direkt mit dem Buchblock am Rücken verklebt oder geheftet wird. Der Umschlag hat dabei das selbe Format wie der Innenteil und besteht aus gleichartigem Material.

Buchblock

Definition:
Die Gesamtheit der Papierblätter eines Buches ohne Einband bezeichnet man als Buchblock.

Bund

Definition:
Den Bereich zwischen zwei aneinander stehenden Seiten bezeichnet man als Bund oder Bundsteg. Durch den Bund erfolgt die Heftung oder Klebebindung. Die Laufrichtung des Papiers muss parallel zum Bund sein.

Bundsteg

Definition:
Siehe Bund

Corporate Design

Definition:
Als Teil der Corporate Identity bezeichnet Corporate Design den einheitlichen Auftritt eines Unternehmens in seinen Kommunikationsmitteln wie Prospekten, Katalogen oder Verpackungen. Dazu gehören grafische Elemente wie das charakteristische Firmenlogo, eigene Hausfarben oder einen speziellen Schrifttyp.

Densitometer

Definition:
Messgerät für Farbdichte und Tonwerte im Auflicht und Durchlicht.

DIN

Definition:
Die Deutsche Industrie Norm legt Begriffe, Maße und Anwendungen im industriellen Bereich eindeutig fest.

DIN-Formate

Definition:
Festgelegte Formate für Papier- und Kartonsorten. Am bekanntesten ist die DIN-Reihe der A-Formate. In dieser Reihe errechnet sich das nächst kleinere Format durch Halbieren der langen Seite des Ausgangsformates. DIN-A0 ist ein Quadratmeter. Die DIN-Reihe der C-Formate liegt in der Größe zwischen der A- und der B-Reihe und enthält die gebräuchlichsten Formate für Briefumschläge und Hüllen. In eine DIN-Lang-Hülle passt ein DIN A4-Bogen, der 2 x quer gefalzt wird hinein.

Druckbogen

Definition:
Der Bogen, der durch die Druckmaschine läuft. Er enthält meistens mehrere Seiten oder Nutzen des Endproduktes.

Druckfarben

Definition:
Druckfarben bestehen in der Regel aus Farbmitteln (Pigmenten, Farbstoffe), Bindemitteln, Hilfsstoffe und Trägersubstanzen. Die Pigmente und Farbstoffe sorgen für den richtigen Farbton in der gewünschten Stärke. Die Bindemittel bewirken die Verbindung der Farbmittel mit dem Papier.

Druckform

Definition:
Die Druckform übertragt die Informationen (Texte und Bilder) direkt oder indirekt auf den Bedruckstoff, sie ist das klassische Unterscheidungsmerkmal der vier wichtigsten Druckverfahren Flachdruck, Tiefdruck, Hochdruck, Durchdruck)

Druckfreigabe

Definition:
Druckreiferklärung des Korrekturabzuges durch den Auftraggeber. Auch Imprimatur genannt.

Drupa

Definition:
Internationale Fachmesse für Druck und Papier. Sie findet alle vier Jahre in Düsseldorf statt.

Duplex

Definition:
Beim Duplex-Druck wird zusätzlich zum Schwarz eine Schmuckfarbe in die Bilder gedruckt, sodass ein gewollter Farbstich entsteht. So lässt sich z.B. durch Druck von Braun ein Bild „auf Alt trimmen“ (Sepia-Effekt). Aber auch der Kontrasteindruck der so gedruckten Bilder erhöht sich.

durchscheinen

Definition:
Sichtbarwerden des Druckbildes auf der Rückseite des Papiers durch zu geringe Opazität. Siehe auch „durchschlagen“

einrichten

Definition:
Rüsten einer Maschine

Emulsion

Definition:
Als Emulsion bezeichnet man die feinste Vermengung von ineinander unlöslichen Flüssigkeiten.

Endformat

Definition:
Beschnittenes Format eines Druckerzeugnisses

Englische Broschur

Definition:
Bindeart, bei der der Buchblock auf dem Rücken mit dem Umschlag verklebt wird. Der Umschlag hat jedoch auf beiden Seiten Einschlagklappen und ist seitlich etwas länger als der Buchblock.

Euroskala

Definition:
Die Europa-Skala (auch Euro-Skala) ist eine in Europa gemäß DIN 16539 für den Offsetdruck und DIN 16 538 für den Hochdruck genormte Farbskala für das Vierfarbmodell CMYK. Danach sind die Druckfarben Gelb, Magenta, Cyan und Schwarz nach Farbton, Sättigung und Druckreihenfolge festgelegt und lassen sich auch unter genormten Bedingungen prüfen.

Exlibris

Definition:
Mit Exlibris (lateinisch ex libris – aus den Büchern) bezeichnete man früher übliche Etiketten, die auf die Innenseite des vorderen Einbands Büchern geklebt wurden und ihren Besitzer nannten.

Fadenzähler

Definition:
Der Fadenzähler ist eine zusammenklappbare Lupe. Er hat einen feststehenden Abstand zwischen Lupe und dem Fuß. Das Messgerät stammt ursprünglich aus der Textilindustrie.

Faksimile

Definition:
Als Faksimile (lateinisch: fac simile – mache ähnlich) bezeichnet man die möglichst naturgetreue Wiedergabe eines Originals (Bild, Handschrift, Buch) mit allen Eigenheiten wie Verschmutzungen, Beschädigungen oder Gebrauchsspuren. Der sehr teure Lichtdruck gilt noch heute als bestes Wiedergabeverfahren farbiger Vorlagen.

Farbdichte

Definition:
Optische Dichte von farbig gedruckten Flächen. Dieser Wert spielt in der Qualitätskontrolle eine Rolle, er lässt sich dazu mit einem Auflichtdensitometer messen.

Farbigkeit

Definition:
Angabe der verwendendeten Druckfarben. Z.B. 1/0farbig = eine Druckfarbe auf der Bogenvorderseite, die Rückseite ist unbedruckt, 2/1farbig = zwei Druckfarben auf der Bogenvorderseite, eine Druckfarbe auf der Rückseite etc.

Farbtrocknung

Definition:
Das Trocknen der Druckfarbe erfolgt durch chemische Reaktion (Oxidation und Polymerisation) und/oder durch physikalische Vorgänge (Wegschlagen, Verdunsten). Bei der Oxidation und Polymerisation verfestigen oder vernetzen sich die Bindemittel, beim Wegschlagen zieht das Bindemittel in den Bedruckstoff ein.

Farbwerk

Definition:
Teil einer Druckmaschine, mit der Aufgabe, eine Druckform gleichmäßig mit Druckfarbe zu versorgen. Bei einer Offsetdruckmaschine gehören dazu z.B. Farbkasten (Vorratsbehälter), Verreib-, Übertragungs- und Auftragswalzen.

Firnis

Definition:
Die aufbereiteten Bindemittel für die Druckfarbenherstellung werden Firnis genannt.

Flattermarke

Definition:
Mit Flattermarke bezeichnet man eine kurze Linie, die im Bund zwischen der ersten und letzten Seite jedes Bogens mitgedruckt wird. Nach dem Falzen und Zusammentragen der Bögen erscheinen die Linien auf dem Rücken des Buchblocks, und man kann an ihrer abgestuften Lage die richtige Reihenfolge der einzelnen Bögen erkennen.

Format

Definition:
Größe eines Druckerzeugnisses. Man unterscheidet zwischen Hoch- und Querformat. Grundsätzlich wird zuerst die Breite genannt, dann die Höhe. Beispiel: 21 x 10,5 cm = Querformat, 10,5 x 21 cm = Hochformat

Formatpapier

Definition:
Formatpapier ist – im Gegensatz zum Rollenpapier – in einem bestimmten Format zugeschnittenes Papier zur Nutzung in Bogendruckmaschinen.

Fortdruck

Definition:
Fortdruck ist die Bezeichnung für den normalen Dauerbetrieb einer Druckmaschine nach dem Einrichten und Andrucken.

Französische Broschüre

Definition:
Broschüre, bei der der Buchblock auf dem Rücken mit dem Umschlag verklebt wird und wo über den Umschlag zusätzlich ein Schutzumschlag gelegt, der auf dem Rücken mit dem dickeren Kartonumschlag verklebt wird.

Gaufrieren

Definition:
Durch Gaufrieren (Prägen) lässt sich die Oberflächenstruktur von Papier verändern: Es erhält eine Musterung.

Geschäftsdrucksachen

Definition:
Zusammenfassung aller Drucksachen, die in einer Firma gebraucht werden. Beispiel einer umfangreichen Geschäftsdrucksachen Ausstattung: Briefbogen DIN A4 Geschäftsleitungsbogen DIN A4 Briefbogen Blatt 2 DIN A4 Faxbogen DIN A4 Visitenkarten Rechnungen DIN A4 Rechnungen 1/6 DIN Quittungsblock DIN A6 Lieferschein DIN A5 Briefhüllen in DIN-Lang mit Fenster Briefhüllen in DIN-lang ohne Fenster Briefhüllen DIN C4 mit Fenster Angebotsmappen B4 diverse Formulare (Auftrag, Gesprächsnotizen usw.) Katalog DIN A4 Preisliste DIN A4

Geschäftspapiere

Definition:
Siehe Bankpostpapiere, Schreibmaschinenpapiere

Greifer

Definition:
Mit Greifern bezeichnet man mechanische Klammern, die in Bogendruckmaschinen zum Transport der Papierbögen dienen. Greifer erfassen die einzelnen Bögen und führen sie dem Druckwerk zu. Dessen Walzen sind mit weiteren Greifern ausgestattet, welche die Bögen jeweils für die einzelnen Phasen des Druckvorgangs fixieren. In gleicher Weise erfolgt schließlich der Auswurf der fertig bedruckten Bögen.

Greiferrand

Definition:
Rand an Druckbögen, der nicht bedruckt werden kann. Am Greiferrand wird der einzelne Druckbogen durch Greifersysteme erfasst und durch die Druckmaschine geführt.

Griffo, Francesco

Definition:
Der venezianische Stempelschneider Francesco Griffo (1450 – 1518) gilt als Erfinder der Kursivschrift. Im Februar 1496 brachte der Buchdrucker Aldus Manutius einen Aufsatz des italienischen Gelehrten Pietro Bembo heraus. Die dafür verwendete, von Griffo nach einer päpstlichen Kanzleischrift entwickelte Kursivschrift „Bembo“ gewann schnell große Popularität und beeinflusste stark die Schriftgestaltung der folgenden Zeiten.

Grüne Erden

Definition:
Als Grüne Erden bezeichnet man eine Gruppe von natürlichen anorganischen Pigmenten, die ihre grüne Farbe zweiwertigem Eisensilikat verdanken. Die seit der Antike bekannten Stoffe enthalten je nach Fundort Oxide von Eisen, Aluminium, Silizium, Kalium, Mangan und Kalzium in unterschiedlichen Anteilen. Als eine der besten Sorten gilt die auch unter dem Namen Glaukonit bekannte Böhmische Grüne Erde, die allerdings als Folge des Zweiten Weltkriegs seit 1952 nicht mehr erhältlich war und erst seit einigen Jahren wieder in kleinen Mengen geliefert wird.

Gummituch

Definition:
Das um einen Zylinder gespannte Gummituch ist das Kernelement des Offsetdrucks. Es überträgt das Druckbild von der Druckform auf das Papier. Vom Absetzen der Farbe auf das Gummituch stammt auch die englische Bezeichnung Offsetdruck (Absetzdruck). Das Drucken über ein Gummituch ergibt einen gleichmäßigen Flächendruck, der sogar das Bedrucken von raueren oder genarbten Papieren ermöglicht. In der Regel ist ein Gummituch 1,65 oder 1,95 mm dick und besteht neben der eigentlichen Deckschicht aus zwei, drei oder vier Gewebezwischenlagen. Generell unterscheidet man zwischen den herkömmlichen, verformbaren, aber nicht zusammendrückbaren, so genannten inkompressiblen Gummitüchern und den kompressiblen, zusammendrückbaren, luftgepolsterten Tüchern. Die Norm DIN 16621 legt die Anforderungen an die „Drucktücher für den indirekten Flachdruck (Offsetdruck)“ fest.

Gutenberg

Definition:
Johannes Gutenberg, eigentlich Johann Gensfleisch, (* um 1396, † 1468 in Mainz) war der Sohn des Mainzer Patriziers Friele Gensfleisch zur Laden. In der Zeit zwischen 1440 und 1450 erfand Gutenberg in Mainz oder Straßburg das „Drucken mit beweglichen Lettern“ – den Buchdruck. Grundlagen seiner Erfindung sind gegossene Drucktypen, ein dazu passendes Handgießinstrument und eine geeignete Metall- Legierung sowie eine Druckpresse. Gutenbergs Buchdruckkunst, die heute als Auslöser einer der größten Revolutionen der Geistesgeschichte gilt, verbreitete sich innerhalb weniger Jahre über die gesamte damals bekannte Welt.

Halbband

Definition:
Wenn die Deckel und der Rücken eines Buches aus unterschiedlichen Materialien hergestellt sind, spricht man von einem Halbband. Beim Halbband handelt es sich also um einen bestimmten Typ von Bucheinband.

Handpresse

Definition:
Manuell betriebene Druckpressen bezeichnet man auch als Handpressen. Es handelt sich dabei um die erste Generation der Druckgeräte, wie sie von Johannes Gutenberg entwickelt wurde. Ursprünglich wurden Handpressen ganz aus Holz gebaut, später – ab etwa 1800 – auch aus Eisen. Bei der ursprünglichen Konstruktion der Handpresse drückt eine senkrecht bewegte Platte das Papier gegen die Druckform. Dieses bereits von Gutenberg stammende Prinzip findet sich in veränderter Form auch bei den Tiegeldruckmaschinen. Heute wird die Handpresse noch im künstlerischen Bereich eingesetzt.

Handsatz

Definition:
Mit Handsatz bezeichnet man den von Hand hergestellten Schriftsatz mit einzelnen Lettern. Der Setzer nimmt aus Blei gegossene Einzelbuchstaben, Satzzeichen und Abstandselemente aus dem Setzkasten und stellt sie in seinem Arbeitsgerät, dem Winkelhaken, zu einer Schriftzeile zusammen. Bis zur Einführung der ersten Setzmaschinen war der Handsatz die einzige Methode zur Satzherstellung.

Hardproof

Definition:
Unter dem Begriff Hardproof fasst man im Gegensatz zum Softproof die Verfahren zur Simulation beziehungsweise Kontrolle eines Druckergebnisses zusammen, die ein materielles Ergebnis – meist einen Papierausdruck – liefern. Je nach den zu überprüfenden Eigenschaften lassen sich Blaupause (Blue Print), Imposition Proof (Layout-Proof), Color Proof, Raster-Proof und Maschinen-Proof (oft auch Andruck genannt) unterscheiden.

Häusel, Hans-Georg

Definition:
Der am 12.11.1951 geborene Diplom-Psychologe und Unternehmensberater Dr. Hans- Georg Häusel arbeitet seit 1996 als geschäftsführender Gesellschafter der Gruppe Nymphenburg Retail Consult GmbH, München. Für Aufsehen sorgte Häusel mit seinem 2000 erschienen Buch „Think Limbic. Die Macht des Unbewussten verstehen und nutzen für Motivation, Marketing und Management“. Seine These: In entscheidenden Momenten verhalten sich Manager kaum anders als Reptilien. Der Mensch wird von den drei so genannten Ur-Instruktionen Dominanz, Balance und Stimulanz getrieben. Diese Instruktionen entspringen dem so genannten Limbischen System, das sich in den Jahrmillionen der Evolution kaum verändert hat. Nicht der analytische Sachverstand und wohl abgewogene Überlegungen führen demnach zu Entscheidungen. Vielmehr dominieren hierbei uralte Gehirnregionen, die schon das Leben der Reptilien bestimmt haben und die reflexartige und unbewusst motivierte Aktionen auslösen.

Hausfarbe

Definition:
Mit Hausfarbe bezeichnet man einen (etwa als HKS- oder Pantone-Farbe) definierten Farbton, den ein Unternehmen zu seinem äußeren Erscheinungsbild („Corporate Design“) zählt. Um Farbabweichungen möglichst auszuschließen, druckt man die Hausfarbe in Firmenbroschüren, Etiketten etc. oft als Sonderfarbe.

Hausschrift

Definition:
Im Rahmen des Corporate Design bestimmen Firmen nicht selten auch eine besondere Schriftart für ihren Auftritt in der Öffentlichkeit. Ähnliches gilt für Verlage, die eine Standardschriftart für ihre Druckerzeugnisse wählen, um den Wiedererkennungswert dieser Produkte zu steigern. In beiden Fällen spricht man von einer Hausschrift des betreffenden Unternehmens.

HBL-Farben

Definition:
Hitzebeständige Druckfarben für Laserdrucke (200—220 Grad C).

Heatset

Definition:
Heatset-Farben sind Druckfarben, die nach dem Druckprozess im Wesentlichen durch kurzzeitiges Erhitzen trocknen. Dies geschieht durch Heißluft bei Temperaturen von 120 bis 150 ºC. Heatset-Farben werden im Rollenoffsetdruck verwendet.

Hermann

Definition:
Caspar Hermann (* 9. März 1861 in Königsberg bei Cheb/Eger, † 6. November 1934 in Mainz) war einer der Pioniere des Offsetdrucks. Nachdem Ira Washington Rubel 1904 die erste Offsetdruckmaschine herausgebracht hatte, baute Hermann erstmals 1904/5 für die Harris Automation Press Company in Niles/Ohio Buchdruck-Rotationsmaschinen in Offsetdruckmaschinen um. In gleicher Weise entstanden ab 1906 die ersten deutschen Offsetdruckmaschinen. Von Hermann stammt auch die im selben Jahr in Deutschland patentierte weltweit erste Rollenoffset-Druckmaschine sowie 1922 das so genannte Satellitendrucksystem, bei dem mehrere Druckwerke um einen gemeinsamen Druckzylinder herum gruppiert sind und in einem Arbeitsgang mehrere Farben drucken.

Hochformat

Definition:
siehe: Format

Hochlicht

Definition:
siehe Lichter

Hologramm

Definition:
Ein Hologramm ist ein dreidimensionales, durch Holographie erzeugtes Bild. Es entsteht nicht durch Fokussierung von Licht auf einem Bildwandler (fotografischer Film, optischer Sensor) durch ein Objektiv. Vielmehr wird das Interferenzbild aufgenommen, das durch Interaktion des von dem abzubildenden Objekt reflektierten Lichts mit einem Referenzstrahl der Lichtquelle entsteht. Dieses Verfahren erfordert äußerst kohärentes (im Gleichtakt schwingendes) Licht, wie es ein Laser erzeugt. Zur Wiedergabe ist streng genommen wieder kohärentes Licht erforderlich, dem durch das Hologramm dasselbe Interferenzbild aufgeprägt wird, durch das es erzeugt wurde. Wenn man Zugeständnisse an die Detailgenauigkeit macht, lassen sich Hologramme auch unter normaler Beleuchtung betrachten, wobei direktes Licht zu besseren Ergebnissen führt als indirektes.

Holzschnitt

Definition:
Der Holzschnitt gilt als das älteste Verfahren zur Herstellung von Druckformen. Als Material dienen Langholzbretter, aus denen man mit verschiedenen Schneidwerkzeugen nach einem vorgezeichneten Bild die Teile entfernt, die beim Druck hell erscheinen sollen. Die stehen gebliebenen Stege ergeben das Bild des Abzugs. Die frühesten Holzschnitte zur Vervielfältigung auf Papier lassen sich in China im 6. Jahrhundert n. Chr. nachweisen. Der Buxheimer Christopherus von 1423 gilt als der erste datierte Holzschnitt in Europa. Spielkarten sollen in Europa schon im 14. Jahrhundert mittels Holzschnitt gedruckt worden sein. Vor der Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg entstanden so genannte Blockbücher mit einem Holzschnitt für jede Seite. Später dienten Holzschnitte zur Illustration von Texten aus Bleisatz. Die Bilder wurden zumeist nachträglich koloriert. Allerdings kannte man seit Ende des 15. Jahrhunderts auch den Farbholzschnitt. Dazu druckte man in aufeinander folgenden Arbeitsgängen mit mehreren Druckplatten verschiedene Farben nebeneinander. Seinen künstlerischen Höhepunkt erreichte der Holzschnitt in der Renaissance mit Künstlern wie Albrecht Dürer.

Hydrophil

Definition:
Der Begriff hydrophil stammt aus dem Griechischen (von hydor = Wasser und philos = Freund, liebend) und bedeutet Wasser annehmend oder wasserfreundlich. Im Offsetdruck sind die nicht farbführenden, bildfreien Bereiche einer Druckplatte hydrophil.

Hydrophob

Definition:
Der Begriff hydrophob stammt aus dem Griechischen (von hydor = Wasser und phobos = scheu, ängstlich) und lässt sich mit Wasser abstoßend gleichsetzen. Im Offsetdruck sind die Wasser abstoßenden und damit farbfreundlichen Bereiche einer Druckplatte hydrophob. Sie nehmen nach dem Feuchten beim Einfärben die Farbe an.

Illig, Moritz Friedrich

Definition:
Um 1800 erfand der Uhrmacher Moritz Friedrich Illig (* 30. Oktober 1666 in Erbach/Odenwald, † 26. Juli 1845 in Darmstadt), der in der Papiermühle seines Vaters arbeitete, eine Methode zur Leimung von Papier in der Faser-Suspension, das heißt vor der eigentlichen Papierherstellung. Das Verfahren war als Ersatz für das Bestreichen mit tierischem Leim gedacht, um seine Beschreibbarkeit zu verbessern. Bei der von Illig entwickelten Masseleimung gibt man dem Papierbrei verseiftes und damit wasserlösliches Baumharz (Kolophonium) zu. Es wird anschließend durch Aluminiumsulfat (Alaun) ausgefällt und lagert sich an die Fasern in der Suspension an. 1806 veröffentlichte Illig sein Verfahren zur Masseleimung, weitere Verbreitung fand es nach 1830. Mit der Masseleimung schuf Illig eine wichtige Voraussetzung für die industrielle Papiererzeugung. Allerdings stellte sich sein Verfahren in der folgenden Zeit als nachteilig für die Alterungsbeständigkeit des Papiers heraus, da im Papier verbleibende Säurereste die Fasern allmählich zersetzen.

Imagesetter

Definition:
Imagesetter ist die englische Bezeichnung für den Filmbelichter, der zur Herstellung von Filmen als Vorlagen für die Anfertigung von Druckplatten dient.

Impact-Drucker

Definition:
Impact-Drucker drucken mittels Ausschlag die Zeichen auf den Druckträger (z. B. Nadeldrucker).

Impressum

Definition:
Mit Impressum bezeichnet man die nach den Pressegesetzen der Bundesländer vorgeschriebene Nennung von Verleger und Drucker von Druckerwerken, neuerdings auch von Internet-Angeboten. In aller Regel enthält das Impressum auch noch weitere, zum Teil ebenfalls gesetzlich vorgeschriebene Angaben, etwa Namen verantwortlicher Redakteure, Anschrift der Redaktion sowie Information zu Werbemöglichkeiten in der Veröffentlichung und zum Vertrieb sowie ein Urheberrechtsvermerk.

Imprimatur

Definition:
Druckreiferklärung des Auftraggebers oder Korrektors.

Inch

Definition:
Die ursprünglich englischen Maßeinheit Inch entspricht dem deutschen Zoll, das sich aus der Länge des ersten Daumenglieds ableitet. Inch und Zoll werden ins metrische System mit 2,54 Zentimeter umgerechnet. Streng genommen unterscheidet man das englische Inch (25,39998 mm) und das amerikanische Inch (25,40005 mm). In Großbritannien wurde das zugehörige Maßsystem 1965 offiziell abgeschafft. Grafische Auflösungen (von Druckern, Scannern etc.) werden aber weiterhin üblicherweise in Inch (dpi = dots per inch/Punkte pro Zoll) angegeben.

Indigo

Definition:
Das blaue Pigment Indigo ist als Textilfärbemittel seit der Vorgeschichte bekannt. Es wurde in Europa bis ins 16. Jahrhundert aus dem Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen, der ursprünglich aus dem Kaukasus stammt, heute aber in Indien, Nordafrika und Mitteleuropa vorkommt. In China und im Kaukasus benutzte man den Färberknöterich (Polygonum tinctorium) zur Indigoherstellung. In Europa verdrängte im 16. Jahrhundert die stärker färbende indische Indigopflanze (Indigofera tinctoria, daneben Indigofera arrecta, ursprünglich in Afrika heimisch, und Indigofera suffruticosa, ursprünglich aus Amerika) den Färberwaid. Für die Textilfärbung wandelt man Indigo durch Reduktion in einem Verküpung genannten Prozess unter Einsatz von Natriumdithionit in eine gelbliche Substanz („Indigoweiß“) um, die mit Natronlauge ein wasserlösliches Salz bildet. Durch Oxidation an der Luft entsteht dann wieder die blaue Farbe. Als wasserunlösliches Pigment ist Indigo nur mechanisch an die Textilfaser gebunden, was zu dem für Jeans charakteristischen Auswascheffekt führt. 1868 gelang dem deutschen Chemiker und späteren Nobelpreisträger Johann Friedrich Wilhelm Adolf von Baeyer (1835 – 1916) die erste Synthese von Indigo.

Indischgelb

Definition:
Als Indischgelb bezeichnet man das Magnesiumsalz der Euxanthinsäure. Das sehr beständige, leuchtend gelbe Pigment war seit dem 15. Jahrhundert in Indien und ab Mitte des 18. Jahrhunderts auch in Europa bekannt. Es wurde durch Verdampfen des Urins von Rindern hergestellt, die als Nahrung ausschließlich Mangoblätter erhielten und dann längere Zeit dürsten mussten. Um 1921 nahm man Indischgelb aus Tierschutzgründen aus dem Handel.

Inkunabel

Definition:
Mit Inkunabeln (von lateinisch incunabula: Windeln) bezeichnet man alternativ so genannte Wiegendrucke, das heißt Bücher, die nach der Erfindung der beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg bis etwa 1500 entstanden.

Intelligente Verpackung

Definition:
Unter dem Begriff Intelligente Verpackung fasst man Verpackungen von Gütern zusammen, die zur Ergänzung ihrer Schutzfunktion für das verpackte Gut mit zusätzlichen Merkmalen ausgestattet sind. Dazu zählen Farbindikatoren, die beispielsweise bei Schutzgasverpackungen eingedrungenen Sauerstoff anzeigen, indem sie die Farbe wechseln, oder auf das Verfallsdatum des Inhalts aufmerksam machen. Nach den Vorstellungen mancher Hersteller sollen Verpackungen künftig noch weitergehende Funktionen übernehmen. Dazu will man sie etwa mit Transpondern ausstatten, die mit Hilfe von Radiowellen Informationen austauschen. Dies ließe sich für Echtheitsnachweise oder auch für Kochanweisungen verwenden, die ein Fertiggericht an den Herd übermittelt.

ISBN

Definition:
Die ISBN-Nummer ist eine internationale, zehnstellige Standardnummerierung für Bücher mit Angabe der Sprachgruppe, des Verlags, der verlagsinternen Titelnummer und einer Prüfziffer. Das System der ISBN nahm Mitte der 60er Jahre von England aus seinen Anfang. 1969 wurde es in der Bundesrepublik eingeführt.

ISEGA-Zertifikat

Definition:
Das ISEGA-Zertifikat ist eine Unbedenklichkeitserklärung für Lebensmittelverpackungen. Vergeben wird dieses Zertifikat von der ISEGA-Forschungs- und Untersuchungsgesellschaft mbH, Aschaffenburg und garantiert die unbedenkliche Verwendung des Materials für Lebensmittelverpackungen. Die Laufzeit beträgt 2 Jahre, danach muss die Papierfabrik erneut ihre Produkte untersuchen lassen. Die Papiere entsprechen den Bestimmungen des Gesetzes über den Verkehr mit Lebensmitteln, Tabakerzeugnissen, kosmetischen Mitteln und sonstigen Bedarfsgegenständen und sind gemäß Empfehlung XXXVI des BGA zur gesundheitlichen Beurteilung von Kunststoffen im Rahmen des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes, 34. Mitteilung, Bundesgesundheitsblatt 10, 14 (1966), einschl. 188. Mitteilung, Bundesgesundheitsblatt 35,362 (1992), zugelassen. Außerdem entsprechen sie den Reinheitsanforderungen der DIN EN 61, Teil 3 ?Sicherheit von Spielzeug, Migration bestimmter Elemente?, vom Juli 1989. Die Papierqualitäten gemäß den vorgelegten Proben kännen daher unbedenklich für die Lebensmittelverpackung verwendet werden. Sie dürfen dabei in direktem Kontakt mit trockenen und fettenden Lebensmittel stehen. Weiterhin kännen sie, was die Schwermetallgehalte betrifft, unbedenklich zur Herstellung und Verpackung von Spielwaren verwendet werden.?

ISO

Definition:
Abkürzung für International Standardisation Organisation (Internationale Standardisierungsorganisation). Der weltweit operierenden Normungsgesellschaft mit Sitz in Genf gehören zahlreiche Staaten an. Deutschland ist durch das Deutsche Institut für Normung (DIN) vertreten. Die Gemeinschaft hat die Aufgabe, Normen auf allen Gebieten der Technik – mit Ausnahme der Elektrotechnik – zu entwickeln beziehungsweise einander anzugleichen.

ISO 14000

Definition:
In der Normenfamilie ISO 14000 der International Organization for Standardization (ISO) mit Sitz in Genf sind Standards für das Umweltmanagement zusammengefasst. Dazu liefert 1996 erstmals vorgestellte und seither ständig erweiterte Regelwerk Normen für die umweltverträgliche Gestaltung von Unternehmensprozessen sowie für Produkte und Dienstleistungen – etwa durch „Life Cycle Assessment“ (Analyse der Auswirkungen von der Herstellung bis zu Entsorgung).

ISO 9000

Definition:
Bei der ISO 9000 handelt es sich um eine Familie von Normen der in Genf beheimateten International Organization for Standardization (ISO), die zur Qualitätssicherung in Unternehmen und anderen Organisationen dienen. Ende 2000 erschien das System von Regeln zum Teil in überarbeiteter Form neu. Insbesondere sind jetzt die ursprünglichen drei Einzelnormen ISO 9001, 9002 und 9003 zur ISO 9001:2000 zusammengefasst. Mit Grundsätzen und Begriffsbestimmungen bildet nunmehr die Norm ISO 9000:2000 die Basis, während der Standard ISO 9000:2001 die Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem regelt. Zur ISO-9000-Familie zählt darüber hinaus eine Palette weiterer Normen, darunter ISO 9004:2000 für die Qualitätssteigerung durch Qualitätsmanagement, 10005:1995 für die Qualitätsplanung, 10006:1996 für das Projektmanagement und 10013:1995 für Dokumentation.

ISO-Zertifikat

Definition:
Das ISO-Zertifikat ist ein Qualitätssicherungsnachweis. für ein Unternehmen kann sich ein Zertifikat des ISO-Qualitätssystems so wichtig erweisen wie ein Führerschein. Wer das Qualitätssystem-Programm der ISO erfüllt (kontunierliche Verbesserung in puncto Leistung und Kundendienst), bekommt dieses Zertifikat ausgestellt. Es gibt folgende Definitionen: Oberbegriff ist ?DIN-ISO 9000?, darunter sind verschiedene Nachweisstufen definiert. DIN-ISO 9001 = Qualitätssicherungs-Nachweisstufe für Entwicklung, Konstruktion, Produktion, Montage und Kundendienst DIN-ISO 9002 = Qualitätssicherungs-Nachweisstufe für Produktion und Montage DIN-ISO 9003 = Qualitätssicherungs-Nachweisstufe für Endprüfungen DIN-ISO 9004 = ein Leitfaden zur Schaffung eines Qualitätsmanagements und Darstellung der einzelnen Elemente eines Qualitätssicherungssystems. Durch die Anwendung der DIN ISO 9000 bis 9004 bei der Qualitätssicherung wird gewährleistet, daß alle organisatorischen, kaufmännischen und technischen Tätigkeiten, die Auswirkungen auf die Produktion haben, geplant, gesteuert und überwacht werden.

ISSN

Definition:
Die International Standard Serial Number (ISSN – Internationale Standard-Serien- Nummer) ermöglicht fortlaufend erscheinende Publikationen in ihrer Gesamtheit zu identifizieren, die in gedruckter oder anderer Form (zum Beispiel CD-ROM) erscheinen. Die Nummer besteht aus acht Stellen, die aus den (arabischen) Ziffern null bis neun gebildet werden. Die letzte Ziffer ist eine Prüfziffer und kann auch ein X sein. Es handelt sich um einen Code ohne inhaltliche Bedeutung, der eine internationale Zitierbarkeit erleichtert. Die Deutsche Bibliothek in Frankfurt am Main hat die Aufgaben des nationalen ISSN-Zentrums für Deutschland übernommen, das internationale ISSNZentrum hat seinen Sitz in Paris.

Job-Ticket

Definition:
Das Job-Ticket ist eine digitale „Auftragstasche“ im Arbeitsablauf der Druckvorstufe. Es nimmt Anweisungen zum Ausschießen, Über-/Unterfüllen und OPI sowie Ausgabeparameter oder Informationen für Druck und Finishing auf.

Jungfer

Definition:
In der traditionellen Sprache der Buchdrucker ist eine Jungfer eine fehlerlos gesetzte Druckseite.

Kalibrieren

Definition:
Eine Kalibrierung beinhaltet den Teil einer Justage von Hardware und Software, der noch ohne farbmetrische Werkzeuge (wie etwa bei der Charakterisierung) auskommt. Ein typisches Hilfsmittel für eine Kalibrierung ist ein Densitometer.

Kalligrafie

Definition:
Die Kalligrafie (griech.) ist die Kunst der Handschrift oder Schönschreibkunst.

Karminrot

Definition:
Mit Karminrot (auch Carmin Naccarat) bezeichnet man ein natürliches tierisches Pigment, das aus der in Mexiko heimischen, auf Kakteen lebenden Cochenillelaus (Coccus cacti) hergestellt wird. Chemisch handelt es sich um einen Aluminiumlack der Carminsäure, einem Anthrachinon-Derivat. 1554 erstmals nach Europa gebracht, verdrängte das Karminrot das weniger farbintensive, seit dem Altertum bekannte Kermes (auch Venetianischer Scharlach), das aus der Schildlausart Coccus ilicis gewonnen wurde, die auf den in Südeuropa beheimateten Kermeseichen lebt. Karminrot dient heute vor allem zum Färben von Lippenstiften, seltener als Lebensmittelfarbe.

Keller, Friedrich Gottlob

Definition:
Friedrich Gottlob Keller (* 26. Juni 1816 in Hainichen, †8. September 1895 in Krippen, Sachsen) gilt als der Erfinder des Holzschliffs. Er lernte den Beruf des Webers und Blattbinders und beschäftigte sich zeit seines Lebens mit technischen Veröffentlichungen. Im Dezember 1843 gelang es ihm, einen Holzfaserbrei herzustellen: Er presste Holz unter Druck und unter Zugabe von Wasser an einen rotierenden Schleifstein. Um seine Erfindung einzusetzen, kaufte Keller eine Papiermühle, die allerdings in Konkurs ging (1850, infolge eines Hochwassers). Ab 1853 lebte Keller in Krippen und arbeitete als Mechaniker.

Klíc, Karel

Definition:
Der tschechische Maler und Grafiker Karel Václav Klíc (auch bekannt als Karl Klietsch – * 30. 4. 1841 in Arnau/Ostböhmen, † 16. 11. 1926 in Wien) gilt als Erfinder der Heliogravur sowie des Kupfer- oder Rakeltiefdrucks. Nach jahrelanger Entwicklungsarbeit stellte Klíc 1868 in Wien die Heliogravur vor, ein Verfahren zur fotochemischen Herstellung geätzter Kupferdruckplatten auf der Basis von Fotografien. Klíc arbeitete auch erfolgreich als Maler, Karikaturist und Fotograf und lebte zeitweise in Ungarn und England. Dort entstand 1895 unter seiner Mitarbeit in Lancaster die Rembrandt Intaglio Printing Company, die erstmals das Kupfertiefdruck-Verfahren einsetzte. 1896 ließ sich Klíc endgültig in Wien nieder.

Klischee

Definition:
Aus dem franz. „Abklatsch“. Ist beim Hochdruck die einzige Möglichkeit, Fotos zu drucken. Früher aus Metall, wurden Klischees später aus Kunststoff (Nyloprint) gefertigt.

Kobaltblau

Definition:
Unter dem Namen Kobaltblau fasst man eine Gruppe von Kobalt-Mischoxiden zusammen, die als Pigmente verschiedene Blautönen zeigen. Sie wurden bereits um 1500 vor Christus in Ägypten und während der Tang-Dynastie (618 – 906) in China verwendet. Als klassisches Kobaltblau war das Kobalt-Aluminium-Mischoxid CoAl2O4 seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Europa wieder bekannt. Louis Jacques Thénard (1666 – 1856) entwickelte 1802 ein Herstellungsverfahren, deshalb ist das Pigment auch unter dem Namen Thénards Blau bekannt. Heute sind neben verschiedenen blauen auch gelbe, grüne und violette Kobalt-Pigmente bekannt.

Koenig

Definition:
Johann Friedrich Gottlob Koenig (* 16. April 1664 in Eisleben, † 16. Januar 1833 in Würzburg) ist der Erfinder der Schnellpresse, die als erste wesentliche Weiterentwicklung der Drucktechnik seit Gutenberg gilt. Ende 1806 ging Koenig nach London und entwickelte dort in den Jahren 1811 und 12 die Zylinderdruckmaschine. Einen entscheidenden weiteren Geschwindigkeitsfortschritt erzielte Koenig 1813 mit der Verwendung von zwei Druckzylindern. Dadurch ließen sich Hin- und Rückweg des Karrens mit der Druckform nutzen. Diese Maschine wurde 1814 erstmals in der Druckerei der Times in London eingesetzt. 1814 patentierte Koenig auch eine Schönund Widerdruckmaschine, die in einem Arbeitsgang beide Seiten eines Bogens bedrucken konnte. 1816 gründete Koenig zusammen mit Andreas Friedrich Bauer im Kloster Oberzell bei Würzburg die Druckmaschinenfabrik Koenig & Bauer. 1866 führte Koenigs Sohn Friedrich Koenig jr. dort den Bau von Rotationsmaschinen ein. Das Unternehmen gilt heute als die Wiege des internationalen Rotationsmaschinenbaus.

Krapplack

Definition:
Als Krapplack (auch Färberröte, Türkischrot) bezeichnet man das rote Pigment, das durch Komplexbildung des organischen Farbstoffs Alizarin (1,2-Dihydroxy-Anthrachinon) mit Aluminium-Ionen entsteht. Das Farbmittel wurde schon vor über 3000 Jahren verwendet und zählt damit zu den ältesten bekannten Pigmenten. Traditionell wurde Alizerin aus der Wurzel der Krapp-Pflanze (Rubia tinctorum) gewonnen, die in Kleinasien und am Mittelmeer, in China und Japan sowie in Mexiko und Südamerika vorkommt. Krapp wurde auch in Mitteleuropa angebaut, als beste Sorte galt jedoch das „Lizari“ oder „Alizari“ genannte, aus dem Orient stammende Pflanzenmaterial, das dem Farbstoff seinen Namen gab. Noch 1868 wurden weltweit etwa 60 000 Tonnen Krapp pro Jahr für Färbungen verbraucht. In diesem Jahr gelang den deutschen Chemikern Carl Graebe (1841-1926) und Carl Liebermann (1842-1914) die Synthese von Alizerin als dem ersten natürlichen organischen Farbstoff.

Kustos

Definition:
Früher war es üblich, innerhalb des laufenden Textes in Büchern die erste Silbe oder das erste kürzere Wort einer Seite unten auf der vorherigen Seite zu wiederholen, was flüssigeres Lesen ermöglichen sollte. Diese Silbe beziehungsweise dieses Wort bezeichnet man als Kustos (lateinisch: Wächter – Mehrzahl: Kustoden).

Laser-Cut

Definition:
Neues Verfahren, um sehr feine Formen aus dem Bedruckstoff zu brennen, ähnlich dem Stanzen, nur um ein Vielfaches feiner

Lasieren

Definition:
Mit Lasieren bezeichnet man die Eigenschaft von Farben, durchscheinend als Farbfilter zu wirken. Im Gegensatz dazu sind deckende Farben lichtundurchlässig und erzielen ihre Farbwirkung durch selektive Reflexion. Als Voraussetzung für die für den Farbdruck benötigte subtraktive Farbmischung sind Druckfarben lasierend.

lasierend

Definition:
durchscheinend

Latentes Bild

Definition:
Als latentes Bild bezeichnet man ein vorhandenes, aber noch nicht sichtbares, verborgenes Bild. Ein latentes Bild entsteht zum Beispiel bei der Belichtung eines Films, sichtbar wird es durch die Entwicklung.

Leder

Definition:
Durch Gerben, das heißt chemische Behandlung, entsteht aus Tierhaut (zumeist von Rindern, Kälbern, Schafen, Lämmern und Ziegen) Leder. Leder ist seit Urzeiten bekannt, und traditionell erfolgte die Gerbung mit Rauch, fetten Ölen und Alaun, einem Aluminiumsalz, das auch in der Natur vorkommt. Auch als Beschreibstoff wurde Leder verwendet. Der älteste mathematische Text aus Ägypten ist auf Leder geschrieben und stammt aus der Zeit um 2200 v. Chr. Da nach dem Talmud das mosaische Gesetz auf Leder geschrieben sein muss, hat die Lederrolle bis heute in der Synagoge ihren Platz.

Lichtechtheit

Definition:
Lichtechtheit von Druckfarben wird in der Wollskala gekennzeichnet, die in Belichtungstests ermittelt werden: sehr gering gering mäßig ziemlich gut gut sehr gut vorzüglich hervorragend In der Praxis bedeutet das: z. B. Stufe 3=im Sommer 4 – 8 Tage; im Winter 2 – 4 Wochen Stufe 6=im Sommer 6 – 8 Wochen; im Winter 5 – 6 Monate Stufe 8=im Sommer über 18 Monate.

Lichtfang

Definition:
Als Lichtfang bezeichnet man den Effekt, dass die auf bedrucktem Papier aufgebrachte Farbe mehr zur Absorption von Licht beiträgt, als ihrem charakteristischen Absorptionsverhalten entspricht. Diese Erscheinung kommt dadurch zustande, dass die Reflexion des Lichts nicht vollständig an der Papieroberfläche stattfindet. Vielmehr dringt das Licht zu einem gewissen Teil in das Papier ein und wird dort wiederum teilweise an die Oberfläche zurückgestreut. Dieser gestreute Lichtanteil wird im Inneren des Papiers von den Druckfarben absorbiert. Bedeutung hat diese Erscheinung vor allem bei Abbildungen, wo sie zum Tonwertzuwachs, das heißt, zur Zunahme der Tonwerte gedruckter Bilder gegenüber ihren Vorlagen beiträgt

Ligatur

Definition:
Im Buchdruck bezeichnet man als Ligatur (lat. Bindung) den Verbund bestimmter Buchstabenkombinationen jeweils zu einer Einheit, die im ursprünglichen Bleisatz auch als eigene Gussformen (Lettern) vorlagen. Beispiele dafür sind die Paare „ff“, „fl“ und „fi“. Auch Verschmelzungen von zwei Buchstaben wie Æ oder OE werden Ligaturen genannt.

Litfaß, Ernst

Definition:
Der Drucker und Verleger Ernst Amandus Theodor Litfaß (* 11. Februar 1816 in Berlin, † 26. Dezember 1864 in Wiesbaden) gilt als Erfinder der nach ihm benannten Säule für den Anschlag von Plakaten, der „Litfaßsäule“. Nach einer Lehre als Buchhändler arbeitete Litfaß zunächst als Schauspieler und gründete in Berlin ein Theater. 1845 übernahm er das Druck- und Verlagshaus seines Stiefvaters. Er gab in den folgenden Jahren eine Reihe von Zeitungen und Flugschriften heraus und vollendete 1856 „Krünitzsche Encyclopädie“ mit dem 148. Band. Außerdem hielt er das exklusive Recht zur Veröffentlichung von Nachrichten aus den preußischen Kriegen von 1866 und 1860/61. Nachdem die Stadt Berlin Litfaß ein bis 1880 geltendes Monopol für die Aufstellung seiner Anschlagsäulen erteilt hatte, errichtete er 1855 die ersten 100 Litfaßsäulen und weitere 50 Brunnenumhüllungen.

Luftfeuchtigkeit

Definition:
Die (relative) Luftfeuchtigkeit liegt für die Papierlagerung und Verarbeitung idealerweise bei 50 bis 55 Prozent bei Temperaturen zwischen 18 und 23 Grad C.

Lumen

Definition:
Als Einheit für den Lichtstrom ist 1 Lumen (lm – lat. Licht) die Lichtmenge, die eine Lichtquelle mit der Lichtstärke 1 Candela (cd) in die Raumwinkeleinheit 1 Steradiant (sr – Quotient aus dem Flächeninhalt eines Teilstücks einer Kugeloberfläche und dem Quadrat des zugehörigen Kugelradius) abstrahlt. Heute wird die Einheit Lumen zumeist in einer vom American National Standards Institute definierten Form (ANSI-Lumen) verwendet. Dazu bildet man den Durchschnitt aus den Helligkeitswerten, die man an neun Punkten einer beleuchteten Fläche misst, und ermittelt den Lichtstrom anhand einer von dem Institut publizierten Tabelle.

Magenta

Definition:
Eine der Grundfarben in der subtraktiven Farbmischung. Entspricht in etwa purpur.

Magnetische Druckfarben

Definition:
Magnetische Druckfarben reagieren auf Magnetfelder. Mit Hilfe entsprechender Sensoren lassen sie sich zum Beispiel zur maschinellen Identifikation von Etiketten einsetzen.

Manutius,Aldus

Definition:
Aldus Manutius (eigentlich Aldo Manutio – * 1449 in Bassiano, † 1515 in Venedig) gilt als einer der bedeutendsten Buchdrucker der italienischen Renaissance. 1493 gründete Manutius in Venedig eine Druckerei und brachte in der Folgezeit eine Reihe kompakter und billiger, dabei aber wissenschaftlich durchaus anspruchsvolle Werke klassischer griechischer und lateinischer sowie einheimischer Schriftsteller heraus. Diese so genannten Aldinen hatten eine Auflage von rund 1000 Exemplaren und ließen sich durch ihr kleines Format im Gegensatz zu den bis dahin üblichen, unhandlichen Wiegendrucken bequem mitführen. Neben der klassischen Antiqua-Schrift verwendete Manutius erstmals eine vom Stempelschneider Francesco Griffo entwickelte Kursivschrift. Insgesamt publizierte Manutius über 1200 Bücher. Berühmt wurde auch das Markenzeichen dieser Drucke – ein Anker mit einem sich darum herum windenden Delphin. Nach gängiger Meinung ist dies ein Sinnbild des Wahlspruchs „festina lente“ (lateinisch: „Eile mit Weile“) von Manutius.

Maschinen-Proof

Definition:
Der Maschinen-Proof – auch Andruck genannt – dient dazu, das Druckergebnis als Resultat des gesamten Produktionsprozesses zu überprüfen. Es handelt sich hierbei um das aufwändigste Kontrollinstrument für den Druckprozess. Sein größter Vorteil liegt darin, dass es unabhängig vom vorangegangenen Preprint-Prozess einen wirklichkeitsnahen Eindruck vom Druckergebnis liefert. Dem späteren Druckergebnis kommen Maschinen-Proofs am nächsten, wenn man sie mit dem originalen, auch für den späteren Drucklauf verwendeten Papier anfertigt.

Matrize

Definition:
Eine Matrize dient in der Schriftgießerei zum Guss von Drucktypen oder bei Bleisetzmaschinen zum Setzen und zum Gießen der Schriftzeilen. So schnitt Johannes Gutenberg für jedes Schriftzeichen einen Stempel aus gehärtetem Eisen. Diese Patrize gab die Type erhaben und seitenverkehrt wieder. Sie wurde in einen weicheren Kupferblock geschlagen – die Matrize. Sie gibt den Buchstaben vertieft und seitenrichtig wieder. Matrize nennt sich auch die verwendete Hohlform beim Prägen. Zwischen Matrize und Patrize wird das zu prägende Material gelegt. Das Verformen, zum Beispiel für Bucheinbände oder auch Münzen, erfolgt durch hohen Druck.

McLuhan, Marshall

Definition:
Der kanadische Literaturwissenschaftler und Kommunikationstheoretiker Herbert Marshall McLuhan (* 21.6.1911 in Edmonton/Kanada, † 31. 12. 1980 in Toronto) befasste sich mit der Veränderung der Gesellschaft durch die Massenmedien. Berühmtheit erlangte McLuhan mit seinem Buch „Understanding Media: The Extensions of Man“, das 1964 erschien. Die deutsche Übersetzung „Die magischen Kanäle“ kam 1968 heraus. Das erste Kapitel dieses Werks beginnt mit der viel zitierten Feststellung „The medium is the message“ („Das Medium ist die Botschaft“). McLuhan vertrat darin die These, die modernen elektronischen Medien würden menschliches Bewusstsein und Wissen letztlich zu einem gemeinsamen Besitz der gesamten Gesellschaft machen, ebenso wie die Elektrotechnik das Nervensystem des Menschen zu einem globalen Netzwerk erweitert habe. 1962 hatte McLuhan das Buch „The Gutenberg Galaxy: The Making of Typographic Man“ herausgebracht. Darin diskutierte er die soziologischen und gesellschaftlichen Veränderungen, welche die Erfindung der beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg zur Folge hatte. Der Buchdruck habe, so McLuhan, der visuellen Kommunikation erstmals die Vorherrschaft über das gesprochene Wort gebracht, den damals aufkommenden Trend zu Homogenität und Reproduzierbarkeit verstärkt und letztlich das Entstehen von Nationalstaaten moderner Prägung ermöglicht. McLuhan lehrte an verschiedenen Universitäten in Kanada und den USA und erhielt im Laufe seines Berufslebens zahlreiche akademische und andere Ehrungen. Er prägte auch den Begriff des „globalen Dorfs“, einer durch direkte elektronische Kommunikation verbundenen weltweiten Gemeinschaft.

Mehrfarbendruck

Definition:
Mit Mehrfarbendruck bezeichnet man allgemein die Verfahren zum Druck von farbigen Darstellungen mit Halbtönen. Dabei werden die Farbtöne des Originals reproduziert, indem man eine begrenzte Anzahl farbiger, gerasterter Druckvorlagen (in der Regel vier – Cyan, Magenta und Gelb als Grundfarben sowie Schwarz) übereinander druckt. Da sich auf diese Weise nicht alle sichtbaren Farbtöne im Druck darstellen lassen, verwendet man für besonders hochwertige Druckerzeugnisse – etwa Kunstdrucke oder Prospekte – auch mehr als vier Farben. So lässt sich beispielsweise die Bogenoffset- Druckmaschine Speedmaster SM 102 der Heidelberger Druckmaschine AG für den Druck von bis zu zwölf Farben konfigurieren. Vor allem beim Druck von Zeitschriften und Katalogen setzt man außerdem zusätzliche so genannte Schmuckfarben ein. Sie sind nicht an der generellen Farbdarstellung beteiligt, sondern dienen dazu, besondere Effekte zu erzielen.

Meisenbach, Georg

Definition:
Der Kupferstecher Georg Meisenbach (* 26. Mai 1841 in Nürnberg, † 25. September 1912 in Emmering/Oberbayern) erfand 1881 die Autotypie (griechisch Selbstdruck), ein photochemisches Reproduktionsverfahren zur Wiedergabe von Halbtonvorlagen, sowie die entsprechenden Druckplatten für den Buch- und Flachdruck (1882 patentiert). Das Verfahren beruht auf der heute vielfach angewandten Zerlegung der Bildvorlage entsprechend ihrer Helligkeitswerte in verschieden große Punkte mit Hilfe eines Netzrasters. Meisenbachs erste Rasterätzung (ein Männerporträt) ist erhalten.

Mergenthaler

Definition:
Ottmar Mergenthaler (* 11. Mai 1854 Hachtel, † 28. Oktober 1899 Baltimore) ist der Erfinder der Maschinensetzmaschine „Linotype“, die komplette, in Blei gegossene Textzeilen für den Hochdruck lieferte. Nach einer Uhrmacherlehre wanderte Mergenthaler 1862 in die USA aus und patentierte dort nach langjährigen Versuchen die Linotype als erste funktionsfähige Zeilensetzmaschine, die das langsame Handsetzen ablöste.

Mica-Silber

Definition:
Mit Mica-Silber bezeichnet man eine Metalleffekt-Farbe auf der Basis von Glimmer (englisch mica – so genannte Schichtsilikate, die in dünnste Schichten spaltbare Kristalle bilden). Mica-Farben enthalten als Pigment feinste Glimmer-Plättchen, die mit einer oder mehreren dünnen Metalloxid-Schichten überzogen sind. Durch Reflexionsund Interferenzeffekte erzeugen die Partikel charakteristische, je nach Betrachtungswinkel wechselnde Glanzeffekte.

Miedinger, Max

Definition:
Der Schweizer Schriftsetzer und Grafiker Max Miedinger (* 24. Dezember 1910 in Zürich, † 8. März 1980 in Zürich), gestaltete in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts im Auftrag der Haas’schen Schriftgießerei eine neue Grotesk-Schrift, die in den Jahren 1956 bis 1959 unter dem Namen Haas-Grotesk in verschiedenen Schriftschnitten auf dem Markt kam. Ab 1960 findet diese Schrift unter dem neuen Namen Helvetica weite Verbreitung und entwickelt sich neben der Times zu der meistverwendeten Schrift in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Mönch

Definition:
In der traditionellen Sprache der Buchdrucker ist ein Mönch eine blassgedruckte Stelle auf dem Druckbogen.

Monotypie

Definition:
Bei der Monotypie malt man auf eine glatte Oberfläche (Metall, Glas etc.) und druckt das gemalte Bild auf Papier, solange die Farbe noch feucht ist. Da nur ein einziges Exemplar (oder allenfalls wenige) erzeugt wird, handelt es sich bei dieser künstlerischen Technik streng genommen nicht um ein Druckverfahren. Als Erfinder gilt der italienische Maler Giovanni Benedetto Castiglione (1616 – 1660 – auch bekannt als Il Grechetto).

Multimedia

Definition:
Elektronische Medientechnologien zur Information, Präsentation, Werbung u. a. mit einer Kombination von Standbild, Bewegtbild (Text, Bild und Grafik) und Ton.

Nachhaltigkeit

Definition:
Nachhaltigkeit ist ein Grundgesetz der Forstwirtschaft. Es beinhaltet, dass nicht mehr Holz eingeschlagen wird, als nachwächst

Notula

Definition:
Als Schrift des Alltags verwendete man in der gotischen Zeit die Notula. Gegenüber der Textur benutzte sie einfachere Buchstabenformen und größere Unter- und Oberlängen. Das zweistöckige a wurde einstöckig, die Ecken und Brechungen der Textur gerundet, An- und Abstriche verschwanden, die Buchstaben wurden direkt miteinander verbunden.

Nutzen

Definition:
Anzahl gleicher Exemplare, die aus einem Druckbogen geschnitten werden können.

One-to-One-Marketing

Definition:
Unter dem Begriff One-to-One-Marketing fasst man Aktivitäten in den Bereichen Marktforschung, Werbung und Vertrieb zusammen, die sich an einzelne Kunden richten und deren individuelle Wünsche und Vorlieben berücksichtigen. Durch die Internet- Technik, die direkte Interaktion mit Verbrauchern erlaubt, ist One-to-One-Marketing auch in Märkten mit großen Kundenzahlen möglich geworden, die sich zuvor nur pauschal ansprechen ließen. Online-Händler können das Verhalten der Besucher ihrer Website durch Software automatisch auswerten lassen und mit gezielten, individuellen Angeboten darauf reagieren.

Open Source Software

Definition:
Als Alternative zum herkömmlichen kommerziellen Modell, nach dem Softwarehersteller Computerprogramme entwickeln und Nutzungsrechte gegen Entgelt anbieten, ist die so genannte Open Source Software grundsätzlich kostenlos verfügbar. Sie darf beliebig genutzt und weiterverbreitet werden. Zudem ist auch der Quellcode offen und darf nach Bedarf verändert werden. Als einzige Bedingung muss der Nutzer solche Veränderungen bekannt machen und ebenfalls weitergeben. Auf diese Weise soll Open Source Software gemeinsames geistiges Eigentum aller Entwickler und Anwender werden und durch die gemeinsame Entwicklungsarbeit ein höheres Qualitätsniveau erreichen als herkömmlich produzierte Software. Das bekannteste Beispiel für Open Soruce Software ist das Betriebssystem Linux.

OPI

Definition:
„Open Prepress Interface”. Definiert die Schnittstelle zwischen einem Programm, das niedrig aufgelöste -> Low-Res-Dateien importieren kann und dem OPI-Server, der beim Druckvorgang diese Dateien gegen -> High-Res-Dateien tauscht. Dadurch müssen Netzwerk und Programm wesentlich weniger Daten bewältigen.

Orthochromatisch

Definition:
Orthochromatische Filme/Fotopapier sind unempfindlich für rotes Licht, so dass man in Dunkelkammern mit roter Beleuchtung arbeiten kann, ohne das Material zu belichten.

Ozalid-Kopie

Definition:
Als Kontrollmittel für Vollständigkeit, Position und Inhalt von Druckvorlagen (Proof) dienten lange Zeit Kopien mit Lichtpauspapier, Blaupausen (engl. blue prints) oder nach dem Markennamen des Papiers Ozalid-Kopien genannt. Die Grundlage dafür bildet das 1916 patentierte Diazotypie-Verfahren des Benediktiner-Paters Gustav Kögel (* 1882 in München, † 1945 in Karlsruhe).

Pagina

Definition:
(lat.) Seitenzahl

Panchromatisch

Definition:
Panchromatische Filme/Fotopapiere sind empfindlich gegenüber dem gesamten Farbspektrum des Lichtes, so dass an den Film kein Licht kommen darf. Foto- und Dia-Filme sind panchromatisch. Da Laserbelichter häufig einen roten Laser besitzen, werden hier häufig panchromatische Filme eingesetzt, während für Kontakt- und Montagearbeiten meist orthochromatische Filme verwendet werden.

Pantone

Definition:
Das Pantone Matching System (PMS) der amerikanischen Firma Pantone wird – wie das ähnlich aufgebaute deutsche HKS-System – hauptsächlich für die Schmuckfarben-Ausgabe („Spotfarben“) verwendet. Das heißt, im Druck wird für jede Pantone-Farbe eine eigene Druckform verwendet. Es enthält über 3000 verschiedene Farben und ist bei Grafikern beliebt wegen der angeblichen Vielseitigkeit, bei Druckern gefürchtet, da sich die Farben sehr schlecht mischen lassen, und alle paar Jahre sich die Farbbezeichnungen ändern, d. h. es werden nicht nur laufend neue Farben dazu genommen, die alten Farbbezeichnungen werden auch für ganz andere Farben verwendet. Das bedeutet, wenn Pantone-Farben gedruckt werden sollen, ist es wichtig, ein Farbmuster der Druckerei mitzugeben, damit es nicht nachher zu Reklamationen kommt.

Papierformate

Definition:
Siehe DIN-Formate

Papiergewicht

Definition:
Siehe Flächengewicht

Papiervolumen

Definition:
Unter Papiervolumen versteht man den Rauminhalt eines Kärpers. Das Volumen eines Papiers zeigt das Verhältnis seiner Dicke zu seinem g/qm-Gewicht. Bei normal gearbeitetem Papier mit normaler Glätte spricht man hinsichtlich seines Rauminhaltes von einfachem Volumen oder 1/1 Volumen. Bei gleichem Quadratmetergewicht ist ein Papier um so griffiger, je voluminäser es ist. Z. B. bei einem Gewicht von 100 g/qm: 1/1 faches Volumen = 0,100 mm Dicke, 1 1/4 faches Volumen = 0,125 mm Dicke, 1 1/2 faches Volumen = 0,150 mm Dicke

PARC

Definition:
Im Jahr 1960 gegründet, hatte das Palo Alto Research Center – kurz PARC – der Xerox Corporation in Kalifornien bis in die Gegenwart entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Computertechnologie. In dem Forschungsinstitut entstanden unter anderem die grafikorientierte Bedienung nach Art des Macintosh und Windows, die erste kommerziell erhältliche Computermaus, die Netzwerktechnik Ethernet, die Client- Server-Architektur, das objektorientierte Programmieren und der Laserdrucker.

Parser

Definition:
Ein Parser ist ein Programm oder Teil eines Programms (Routine), das Text bzw. Programmcode syntaktisch analysiert und aufgliedert. Dieser Text ist meistens entweder eine Eingabe von einem Nutzer, wie etwa eine Befehlszeile, der Quellcode eines Programms oder eine Datei, die Formatierungsanweisungen (z.B. Tags) enthält.

Passer

Definition:
Beim Mehrfarbendruck der genaue Über- oder Nebeneinanderdruck der einzelnen Farben.

Passkreuz

Definition:
Beim Passkreuz handelt es sich um eine Markierung, die außerhalb des Satzspiegels einer Druckvorlage angebracht wird und den exakten Zusammendruck von Farbauszügen erleichtern soll. Erzeugt wird es beispielsweise mit Desktop-Publishing- Programmen wie Quark Xpress oder InDesign.

Patrize

Definition:
Bei der Patrize handelt es sich um einen Stempel mit erhöhter Darstellung. Das Gegenstück heißt Matrize.

PCL

Definition:
Als Abkürzung für „Printer Command Language“ bezeichnet PCL eine Befehlssprache zur Steuerung von Computer-Druckern. Anfang der achtziger Jahre vom Computerhersteller Hewlett-Packard eingeführt und seitdem ständig weiterentwickelt, soll PCL Anwendungsprogrammen die Möglichkeit bieten, die Funktionen verschiedener Drucker auf einheitliche und damit effiziente Weise zu steuern. PCL-Befehle werden in den Datenfluss des Druckauftrags eingebettet. Gegenüber der Seitenbeschreibungssprache Postscript von Adobe arbeitet PCL in der Regel schneller und benötigt weniger Speicher. Die Funktionalität dieser Sprache ist dagegen weniger allgemein gehalten, so dass sie sich nicht für beliebige Ausgabegeräte eignet.

Personalisiertes Drucken

Definition:
Mit personalisiertem Drucken bezeichnet man Verfahren, mit denen die einzelnen Exemplare eines Drucklaufes zu gewissen Teilen individuelle Aufdrucke erhalten. Personalisiertes Drucken setzt zumindest für die individuellen Aufdrucke ein digitales Druckverfahren voraus, bei dem die Druckdaten zwischen einzelnen gedruckten Exemplaren wechseln können. Eine häufige Anwendung des Verfahrens ist das Adressieren von Druckerzeugnissen und die persönliche Anrede des Adressaten.

Photochromische Druckfarben

Definition:
Photochromische Druckfarben werden durch Sonnenlicht, starkes künstliches Licht oder UV-Licht aktiviert. Das Licht erzeugt eine reversible Veränderung von unsichtbar zu sichtbar, die wieder verschwindet, sobald die Lichtquelle entfernt wird.

Pigment

Definition:
Unter Pigmenten versteht man Farbmittel, die ungelöst, das heißt in Form feinverteilter, meist 0,1 bis 2 ? großer Partikel, in einem Material vorliegen und ihm so die charakteristische Farbe verleihen. Als Bestandteil von Farben benötigen Pigmente stets ein Bindemittel zur Fixierung auf der Unterlage. In der Drucktechnik haben organische – synthetisch hergestellte – Pigmente die größte Bedeutung. Anorganische Pigmente verwendet man vor allem für Weiß (Titanoxid), Schwarz (Ruß), Metalleffekte und Fluoreszenzfarben (Tagesleuchtfarben). Im Substrat gelöste Farbmittel nennt man Farbstoffe.

Plattenbelichter

Definition:
Plattenbelichter dienen dazu, aus Druckdaten im Computer-to-Plate-Prozess direkt Druckplatten herzustellen. Die Geräte arbeiten in den meisten Fällen mit Offset- Druckplatten, die eine dünne, wärme- oder lichtempfindlichen Polymerschicht tragen. Durch einen Laser wird diese Schicht mit Infrarotstrahlen („Thermobebilderung“) oder sichtbarem beziehungsweise ultraviolettem Licht entsprechend dem vorgesehenen Druckbild bestrahlt. Dann folgt eine chemische Entwicklung, in der die beleuchteten Bereiche abgetragen werden, so dass das Druckbild aus Druckfarbe annehmenden und abstoßenden Bereichen entsteht.

Plug-ln

Definition:
Eine Zusatz-Software, die eine bestehende Software (z. B. Quark Xpress, Adobe Photoshop) um weitere Funktionen ergänzt.

Postpress

Definition:
Sammelbegriff für alle Verarbeitungsschritte an Druckerzeugnissen nach dem eigentlichen Druckvorgang, zum Beispiel falzen, binden, beschneiden, verpacken.

Postprint

Definition:
Unter dem englischen Begriff Postprint fasst man alternativ zum deutschen Wort „Weiterverarbeitung“ die Arbeitsgänge zusammen, die nach dem Druckvorgang zu dem fertigen Druckerzeugnis führen.

PPD-Datei

Definition:
Eine „Postscript Printer Description“ Datei dient dazu, einem Programm alle spezifischen Informationen über ein angeschlossenes Postscript-Ausgabegerät zur Verfügung zu stellen (unterstützte Rasterweiten, Auflösungen, Seitenformate usw.).

Preprint

Definition:
Das englische Wort Preprint verwendet man alternativ zum deutschen Begriff Druckvorstufe. Es fasst die Gesamtheit der Arbeitsgänge zusammen, die vor dem eigentlichen Druckvorgang liegen und die von dem zu druckenden Ausgangsmaterial – Texte, Bilder etc. – bis zur fertigen Druckvorlage führen.

Primärfarben

Definition:
Als Primärfarben bezeichnet man die Grundfarben eines Farbsystems, aus denen sich alle anderen darstellbaren Farbtöne durch Mischung ergeben. Im CMYK-System sind dies Cyan, Magenta und Gelb (Schwarz fungiert nur als drucktechnische Hilfsfarbe), im RGB-System Rot, Grün und Blau.

Printing on Demand

Definition:
Dieser Begriff (engl. „Drucken nach Bedarf“) steht für einen Arbeitsablauf, bei dem von einen Druckerzeugnis nicht einmalig eine feste Auflage gedruckt wird, sondern auf Abruf kleinere Teilauflagen bis hinab zu wenigen Exemplaren. Möglich wird Printing on Demand durch das digitale Drucken, bei dem direkt von den Daten der Druckvorstufe ohne die Herstellung von Druckformen und das Einrichten von Druckmaschinen gedruckt werden kann.

Prozessfarben

Definition:
Mit Prozessfarben bezeichnet man die Farben, die im Druckprozess verwendet werden, um in geeigneter Mischung farbige Darstellungen zu erzeugen. Im normalen Vierfarbdruck sind dies Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz, abgekürzt CMYK (Englisch Cyan, Magenta, Yellow, blacK). Zusätzliche Effekte kann man mit Schmuck- oder Sonderfarben erzielen, für die jeweils zusätzliche Druckstationen erforderlich sind.

Public Domain

Definition:
Im Public Domain (engl. „öffentlicher Bereich“) befindet sich ein geistiges Gut (Text, Bild etc.), dessen Autor entweder auf sein Urheberrecht verzichtet hat, nicht festgestellt werden kann oder schon länger als die dazu gesetzlich vorgegebene Frist tot ist (in Deutschland: 60 Jahre). Am häufigsten wird der Begriff heute im Bereich der Computersoftware gebraucht.

Purpur

Definition:
Mit Purpur bezeichnet man ein leuchtend rotes Pigment, das seit dem Altertum aus einer Gruppe von Meeresschnecken-Arten gewonnen wird, die im Mittelmeer und an der Atlantikküste Afrikas, aber auch an den Küsten Mittelamerikas und Ecuadors heimisch sind. Ein Drüsensaft der Schnecken liefert ein Vorprodukt, aus dem mit Hilfe eines Enzyms (Purpurase) sowie Licht- und Sauerstoff-Einwirkung oder durch Säure- Hydrolyse das Purpur-Pigment entsteht. Chemisch handelt es sich dabei um Dibrom-Indigo, ist also dem Indigo ähnlich. Wie dieses Farbmittel muss auch Purpur für den Färbeprozess in eine lösliche Form gebracht werden. Danach entsteht durch Oxidation wieder das Purpur-Pigment. Dabei verliert die lösliche Purpurform je nach den Verarbeitungsbedingungen durch Lichteinwirkung zu mehr oder weniger großen Teilen die angelagerte Bromatome, so dass auch Indigo entsteht. Außerdem liefern die verschiedenen Purpurschnecken zum Teil direkt unterschiedliche Gemische aus Purpur und Indigo. Je nach den gewählten Bedingungen kann die Purpurfärbung demnach Farbtöne von Rot bis Dunkelviolett ergeben. Heute wird Purpur künstlich hergestellt. Auf traditionelle Weise gewinnt man nur noch geringe Mengen des Pigments.

Querschneider

Definition:
Querschneider werden eingesetzt, um Papierbahnen vorbestimmter Breite in Bogen zu zerlegen. Dabei laufen die Papierbahnen in einer oder mehreren Schichten übereinander unter einem Schlagmesser hindurch, das genau auf das gewünschte Maß eingestellt ist.

Radierung

Definition:
Im 16. Jahrhundert entstanden, ist die Radierung (von lateinisch „radere“ – schaben) eine Weiterentwicklung des Kupferstichs. Man beschichtet bei diesem Verfahren eine Metallplatte (in der Regel Kupfer) mit einem säurefesten Lack und legt mit einer so genannten Radiernadel die gewünschten Bereiche des Untergrunds in Form von Linien, Schraffuren etc. frei, die später im Druckbild farbig erscheinen sollen. Dann behandelt man die Platte mit Säure, wobei das Metall an den freigelegten Stellen angeätzt wird. Nachdem der noch vorhandene Lack entfernt wurde, kann die Platte als Tiefdruckform dienen. Die Radierung ist bis heute als künstlerische Technik recht weit verbreitet.

RAL-Farben

Definition:
RAL-Farben sind Standardfarben gemäß einer Reihe von Farbsammlungen für die Industrie, die das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung, Sankt Augustin (ursprünglich „Reichsausschuss für Lieferbedingungen“) herausgibt. Insgesamt gibt es über 2.000 RAL-Farben. 1.688 Farbtöne enthält das RAL Design System, ein den ganzen Farbraum umfassendes Farbsystem. Darüber hinaus sind sämtliche RALFarben aus dem RAL Design System und der klassischen Farbsammlung RAL 840-HR auch digital definiert und für gängige Grafikprogramme unter Windows und Macintosh verfügbar, und zwar für mehr als 20 Ausgabevarianten, das heißt für verschiedene Bildschirme und Drucker.

RAM

Definition:
„Random Access Memory“ ist in der EDV ein Schreib-Lese- Speicher. Es können also beliebig Daten gelesen und geschrieben werden.

Raster, Rasterweite

Definition:
Mit Hilfe von Raster werden kontinuierliche Halbtäne in druckfähige Elemente zerlegt. Die Vorlage muss in regelmäßige Linien oder Punkte angefertigt werden. Die Anzahl der Rasterlinien pro cm gibt die Rasterweite wieder (Grobraster: 32 Linien/cm, Feinraster über 80 Linien/cm). In der modernen Satztechnik wird die Rasterweite oft auch in dpi (dots per inch) angegeben. Eine Linie pro cm entspricht hierbei ca. 2,54 dpi. Eine neue Rastertechnik ist der frequenzmodulierte Raster, der eine sehr hohe Detailwiedergabe erreicht. Die Rasterpunkte sind unregelmäßig aufgebaut.

Recycling

Definition:
Recycling ist im weitesten Sinne als die Wiederverwendung schon gebrauchter Materialien zu interpretieren, ist wesentlicher Bestandteil sowohl des Umweltschutzes als auch der Rohstoffäkonomie. Die Idee des Recycling (das englische Wort hat seinen Ursprung im griechischen cyclos = Kreis) wird in der Papierindustrie seit Mitte des vergangen Jahrhunderts systematisch verwirklicht.

Register

Definition:
Im Buchdruck ist Register zum einen ein anderer Ausdruck für Stichwortverzeichnis, das heißt für ein alphabetisches Verzeichnis im Buch vorkommender Begriffe mit zugehörigen Seitenzahlen. Zum anderen bezeichnet man mit Register das Aufeinanderpassen der Satzspiegel auf der Vorder- und Rückseite der einzelnen Seiten, so dass die Schrift nicht durchscheint („Registerhalten“). Im Mehrfarbendruck wird entsprechend das Passen der übereinander gedruckten Farben Register genannt.

Reprokamera

Definition:
Die Reprokamera (Kurzform von Reproduktionskamera) war im Prinzip ein sehr großer Fotoapparat. Sie bestand aus drei Bereichen: Der Aufnahmeebene, auf der sich der Film befindet; der Optikebene; der Vorlagen- oder Objektebene. Je nachdem, wie man die Entfernung zwischen den Ebenen verändert, kann man vergrößern oder verkleinern. Sie wird heute nicht mehr benötigt, da meist digital über Scanner usw. erfasst wird.

Ries

Definition:
Ein Ries ist eine Verpackungseinheit von Papierbogen, die in Ries-Einschlagpapier verpackt werden.

Robert, Nicolas-Louis

Definition:
Nicolas-Louis Robert (* 1661 in Paris, † 1826 in Vernouillet) gilt als Konstrukteur der ersten Papiermaschine. Im Jahre 1699 erhielt er ein Patent auf eine „Papierschüttelmaschine“, die „endloses“ Papier fertigen konnte. In dieser handbetriebenen Langsiebmaschine ersetzte ein endloses, über zwei Walzen umlaufendes Sieb die Handschöpfform. Diese Vorrichtung war über einer ovalen Bütte angebracht. Ein sich ebenfalls drehender, mit Kupferlamellen bestückter Zylinder schleuderte fortwährend die Fasersuspension aus der Bütte auf ein schräg gestelltes Brett, von wo es auf das Sieb gelangte. Dort erfolgte die Entwässerung des Faserbreis und die Blattbildung. Von dem Sieb wurde das Vlies zur weiteren Entwässerung durch ein Presswalzenpaar geleitet, so dass es die nötige Festigkeit zum Abheben bekam. Eine Holzwalze nahm das Papier vom Sieb ab und wickelte es in Form einer Bahn auf.

Rohbogen

Definition:
unbeschnittener Druckbogen

Rollenschneider

Definition:
Rollenschneider dienen dazu, die Papierbahn in Längsrichtung ein- oder mehrmals zu teilen. Zu diesem Zweck läuft die Bahn mit hoher Geschwindigkeit über scharfe Messerrollen (Tellermesser), die genau auf die gewünschten Bahnbreiten eingestellt sind. Will man Formatpapiere erzeugen, so werden die Bahnen noch über einen Querschneider geführt.

Rubel

Definition:
Ira Washington Rubel gilt als Erfinder des Offset-Druckverfahrens. Durch Zufall entdeckte Rubel, Betreiber einer kleinen Druckerei im US-Bundesstaat New Jersey, im Jahr 1903, dass er mit indirektem Drucken mit Hilfe eines Gummizylinders bessere Ergebnisse erzielen konnte als durch direktes Drucken. Er hatte den Gegendruckzylinder einer Druckmaschine mit einem Gummituch überzogen, und während eines Drucklaufs waren mehrmals Papierbögen versehentlich nicht angelegt worden. Dadurch gelangte der Abdruck von der Druckform auf das Gummituch und von dort jeweils auf die Rückseite des nächsten Bogens. Rubel stellte fest, dass diese Fehldrucke bessere Qualität hatten als die regelrechten Drucke, und entwickelte als Konsequenz daraus die erste von ihm auch bereits so genannte Offsetdruckmaschine.

Satiniert

Definition:
Satiniert werden Papiere, die eine glattere Oberfläche benötigen, als sie in der Papiermaschine erzeugt werden kann. Die Satinage erfolgt in einem sogenannten Kalander einem System übereinanderliegender, meist beheizter Hartpapier- und Stahlgusswalzen, durch die das Papier schlangenförmig hindurchgeführt wird.

Säurefraß

Definition:
Mit Säurefraß bezeichnet man den allmählichen Zerfall von Papieren, die das sauer reagierende Salz Aluminiumsulfat als Füllstoff enthalten. Betroffen sind fast sämtliche Bücher und andere Schriften aus den Jahren 1860 bis 1960. Inzwischen arbeitet man daran, Bestände von Bibliotheken aus dieser Zeitspanne in großem Stil durch Neutralisation zu stabilisieren.

Schäffer, Jacob Christian

Definition:
Jacob Christian Schäffer (* 30. Mai 1618 in Querfurt in Thüringen, † 5. Januar 1690 in Regensburg) gilt als früher Wegbereiter der modernen Papierherstellung. Schäffer stammte aus ärmlichen Verhältnissen und arbeitete seit 1641 als evangelischer Prediger in Regensburg, ab 1669 als Superintendent. Daneben machte er sich als Forscher über die heimische Tier- und Pflanzenwelt und Erfinder einen Namen. Dabei beschäftigte sich Schäffer auch mit der Papierherstellung und suchte nach einem Ersatzstoff für den knappen Rohstoff Lumpen. In sechs Bänden beschrieb Schäffer zwischen 1665 und 1661 seine „Versuche und Muster, ohne alle Lumpen oder doch mit einem geringen Zusatz derselben, Papier zu machen“. Schäffer entwickelte außerdem eine Waschmaschine zur Reinigung von Lumpen in den Papiermühlen.

Schmalbahn – Breitbahn

Definition:
Dies sind zwei Begriffe, mit denen man angibt, ob ein Papierbogen mit seiner schmalen oder breiten Seite dem Verlauf der in der Papiermaschine produzierten Bahn entspricht. Im Schriftverkehr unterstreicht man oft die Maßangabe von Bögen, die der Rollenbreite entspricht. Der Faserlauf geht demnach parallel zu der nicht unterstrichenen Seite.

Schmuckfarbe

Definition:
siehe Vollton-Farbe

Schmuckfarbendruck

Definition:
Dies bedeutet, dass eine spezielle Zusatzfarbe verwendet wird, um z.B. ein Firmenlogo in der Hausfarbe des entsprechenden Unternehmens zu drucken.

Schnellpresse

Definition:
Die Schnellpresse ist ein Druckmaschinentyp, der nach dem Prinzip Fläche gegen Zylinder arbeitet. Dabei wird der Bedruckstoff um den Zylinder über die ebene Druckform (Hochdruck) geführt. Man bezeichnet diesen Typus auch als Flachformdruckmaschine. Die erste Schnellpresse stammt von Friedrich Koenig aus dem Jahre 1812 und brachte rund 350 Jahre nach Gutenberg den ersten tief greifenden Wandel im Buchdruck. Gegenüber der manuellen Handpresse verdreifachte diese Maschine die Druckgeschwindigkeit: Sie stieg bei gleichem Format von stündlich 240 auf 800 Bogen. Da die Zylinderdruckmaschine aber wesentlich größere Formate verarbeiten konnte, kam es insgesamt zu einer Leistungssteigerung um das Sechs- bis Zwölffache. Den Namen Schnellpresse soll Johann Friedrich Freiherr Cotta von Cottendorf (1664 – 1832), der Drucker und Verleger Goethes und Schillers, der zunächst als Buchdruckerpresse bekannten Maschine gegeben haben.

Schön- und Widerdruck

Definition:
Bedrucken der Vorder- und Rückseite eines Bogens mit zwei verschiedenen Druckplatten.

Schriftgießerei

Definition:
Eine Schriftgießerei war ein Betrieb, in dem das für den Handsatz benötigte Setzmaterial hergestellt wurde. In den ersten Jahrzehnten nach Erfindung der Buchdruckerkunst schnitten und gossen sich die Drucker ihre Druckschriften selbst. Danach entwickelte sich die Schriftgießerei als selbstständiges Gewerbe.

Schummerung

Definition:
Mit Schummerung bezeichnet man die plastische Darstellung von Geländeformen, bei der durch unterschiedlich starke Schattierungen ein räumlicher Eindruck erweckt wird. Bei der oft verwendeten so genannten Schatten- oder Schräglichtschummerung nimmt man einen Lichteinfall von links oben an. Berghänge erscheinen dabei auf der Lichtseite am hellsten, auf der Schattenseite am dunkelsten. Allerdings lässt sich mittels Schummerung keine große Genauigkeit bei der Abbildung von Geländeformen erzielen. Dafür bietet sie eine sehr anschauliche Darstellung besonders von bergigem Gelände.

Schwarze Kunst

Definition:
Die Buchdruckerkunst wird seit der Zeit Gutenbergs auch als Schwarze Kunst bezeichnet. Der Begriff hängt zum einen mit der Druckschwärze zusammen, zum anderen soll er auch das geheimnisvolle des Druckens ausdrücken.

Schweizer Broschüre

Definition:
Bindeart, bei der der Buchblock mit einem -> Fälzel gebunden und nur auf der hinteren Seite mit dem Umschlag verklebt ist.

Sekundärfarben

Definition:
Aus den Grundfarben eines Farbsystems durch Mischung erzeugte Farbtöne nennt man Sekundärfarben. Mischfarben erster Ordnung bestehen aus zwei Grundfarben mit jeweils gleichen Anteilen. Alle anderen Mischungen ergeben Sekundärfarben höherer Ordnung.

Senefelder,Alois

Definition:
Alois Senefelder (* 6. November 1661 Prag, † 26. Februar 1834 München), Erfinder der Lithographie und des Steindrucks. Er entdeckte 1696, dass geschliffener Solnhofer Kalkstein, mit fettigem Material beschrieben und anschließend mit saurer Gummiarabicum-Lösung angeätzt, nur an den beschriebenen Stellen Druckfarbe annimmt. 1818 veröffentlichte Senefelder sein „Vollständiges Lehrbuch der Steindruckerei“, in dem er auch die Vorgeschichte seiner Erfindung schildert.

Sepia

Definition:
Bei der braunen Farbe Sepia handelt es sich um den Tintenfarbstoff des Tintenfisches Sepia officinalis, der in den subtropischen Küstengewässern der alten Welt zu finden ist. In Sepia ist unter anderem als braunes Pigment das Protein Melanin enthalten, das in ähnlicher Form auch in der menschlichen Haut vorkommt. Das Melaninpigment ist in Wasser und Alkohol unlöslich, in Laugen geht es mit rotbrauner Farbe in Lösung. Sepia wird hauptsächlich für Aquarellfarben, aber auch für Tinten und Tuschen verwendet.

Setzschiff

Definition:
Mit Setzschiff oder Satzschiff bezeichnete man zur Zeit des Bleisatzes eine hölzerne, später aus Metall gefertigte Unterlage. Auf ihr wurden einzelne Satzteile zusammengefügt. Das Setzschiff ist an drei Seiten von Leisten begrenzt und kann von unterschiedlicher Größe sein.

Setzverfahren

Definition:
Verwendete Techniken, Geräte und Materialien zur Herstellung des Satzes, der sich dann vervielfältigen beziehungsweise drucken lässt. Nach der Fertigungsart unterscheidet man zwischen Hand- und Maschinensatz. Abhängig von den eingesetzten Mitteln spricht man von Blei-, Foto- und PC-Satz oder Desktop Publishing.

Skelettschwarz

Definition:
Mit Skelettschwarz bezeichnet man den schwarzen Farbauszug eines Farbsatzes für den Vierfarbendruck, wenn es nur Kontrast und Details in den dunkelsten Regionen der Abbildungen hinzufügt und daher relativ wenig Schwarz enthält. Diesen Schwarzaufbau bezeichnen Drucker auch als kurzes Schwarz.

Smalte

Definition:
Als älteste bekanntes Kobaltpigment wurde Smalte (auch Eschel, Streublau, Zafferblau, Böhmisch- oder Sächsischblau) erstmals um die Mitte des 16. Jahrhunderts verwendet. Bei dem weniger brillanten Vorläufer des Kobaltblaus handelt es sich um tiefblau gefärbtes Kobaltglas. Der Farbton alter Smalte-Pigmente konnte durch Beimengungen von Arsen- oder Antimonsalzen etwas variieren.

Sonderfarben

Definition:
Sonderfarben (auch Schmuckfarben oder Spot Colour) setzt man in der Regel für Farbtöne oder Effekte ein, die sich mit den üblichen Mitteln des farbigen Drucks, das heißt durch eine Mischung der verwendeten Grundfarben (zumeist Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz), nicht realisieren lassen. Beispiele hierfür sind Leuchtfarben, Gold oder Silber. Auch wenn es besonders auf die genaue Einhaltung eines bestimmten Farbtons ankommt, realisiert man ihn oft als Sonderfarbe – etwa für ein Firmenlogo. Für den Druck einer Sonderfarbe ist eine zusätzliche Druckstation – beim Vierfarbdruck also eine fünfte – erforderlich.

Spektralfotometer

Definition:
Im Gegensatz zu einem Densitometer, das nur die Reflexion einer Farbe durch einen bestimmten Filter misst und damit Rückschlüsse auf die Dicke der Farbschicht auf dem Bedruckstoff zulässt, misst ein Spektralfotometer durch das Beleuchten der Messfläche über das gesamte Spektrum (von infrarot bis ultraviolett) des sichtbaren Lichtes die Remissionswerte. Dadurch kann der genaue Farbort der Farbe definiert und Farbabweichungen von einen Messpunkt zum nächsten berechnet werden.

Spitzlicht

Definition:
In der Drucktechnik bedeutet spitz so viel wie hell. So bezeichnet man beispielsweise den hellsten Punkt einer farbigen Abbildung als Spitzpunkt. Beim Offsetdruck können sich feinere Tonwerte während des Fortdrucks zum Helleren verschieben, etwa wenn das Wischwasser oder der Bedruckstoff zu sauer oder die Druckfarbe zu mager ist. Diesen Effekt nennt man „spitz werden“.

Splendider Satz

Definition:
Beim Satz mit großem Zeilenabstand auf relativ großem Papierformat mit breiten Papierrändern spricht man vom splendidem Satz.

Spot Colour

Definition:
Spot Colour ist ein englischer Begriff für Sonder- oder Schmuckfarbe.

Stanhope, Charles

Definition:
Charles Stanhope (* 3. August 1653 in London, † 15. Dezember 1816 in Chevening, Kent), der dritte Earl von Stanhope, konstruierte 1695 erstmals eine handbetriebene Druckpresse aus Eisen. Das Gerät löste die nach demselben Prinzip arbeitende hölzerne Druckerpresse ab, die von Johannes Gutenberg um die Mitte des 15. Jahrhunderts erfunden und seitdem nicht wesentlich verändert worden war. Von der „Stanhope Press“ sind noch relativ viele gebrauchsfähigen Exemplare erhalten. 1805 stellte Stanhope auch ein Verfahren zur Stereotypie, das heißt zur Abformung von Druckstöcken, vor, dessen Patent er zwei Jahre zuvor von dem französischen Typografen Firmin Didot erworben hatte. Daneben erfand Charles Stanhope unter anderem eine ebenfalls nach ihm benannte Miniatur-Lupe („Stanhope Lens“) und baute eine Rechenmaschine sowie ein Gerät zur Lösung logischer Probleme. Stanhope war außerdem ein aktiver Politiker, der sich entgegen der großen Mehrheit seiner britischen Zeitgenossen für die französische Revolution und die republikanische Bewegung einsetzte.

Straffentauen

Definition:
Mit Straffentauen – auch Aufzugtauen – bezeichnet man ein spezielles Papier, das man beim Buchdruck nach Bedarf unter die Druckformen legt, um ein gleichmäßiges Druckbild zu erzeugen. Es handelt sich um holz- und knotenfreies, durch starkes Satinieren sehr glattes Papier und ist zumeist gelblich getönt.

Streckgang

Definition:
Unter Streckgang versteht man den Druckgang des Papiers durch die Offsetmaschine ohne Druckfarbe. Das Papier soll dabei durch die mechanische Beanspruchung zur Verbesserung der Dimensionsstabilität und zur eventüllen Entstaubung, zur Erh?hung der Feuchtigkeit oder zur Entpuderung durch den Kontakt mit den Gummitüchern behandelt werden.

Strichätzung

Definition:
Mit Strichätzung bezeichnet man eine Druckplatte (in der Regel für den Hochdruck), die durch Ätzung nach einer Strichvorlage hergestellt wurde.

Stromer, Ulman

Definition:
Der Nürnberger Kaufmann und Ratsherr Ulman Stromer (1329 – 1406) gilt als der erste Betreiber einer Papiermühle auf deutschem Boden. Wie aus seinem erhaltenen Tagebuch hervorgeht, nahm er 1390 mit Hilfe italienischer Fachleute die zur Papiermühle umgebaute „Gleismühle“ vor den Toren seiner Heimatstadt in Betrieb. Sie arbeitete mit zwei Wasserrädern, die ein Stampfwerk zur Verarbeitung von Leinenhadern mit insgesamt 18 Hämmern antrieben.

Strukturfarben

Definition:
Strukturfarben erzeugen ihren Farbeindruck nicht (oder nicht nur) mit Farbstoffen (Pigmenten), sondern durch ihren physikalischen Aufbau. Sie enthalten spezielle Strukturen – zum Beispiel dünne, durchsichtige Plättchen –, die Licht bestimmter Wellenlänge mit Hilfe von Interferenzeffekten selektiv reflektieren. Strukturfarben erzeugen schillernde Farbeffekte, die je nach Blickwinkel variieren können. In der Natur hat diese Art der Farberzeugung bei Insekten und manchen Vogelarten Vorbilder. Sie lässt sich mit herkömmlichen Mitteln nicht reproduzieren, daher setzt man Strukturfarben vielfach bei Dokumenten ein, die vor Fälschungen geschützt werden sollen.

Tabloid

Definition:
Mit Tabloid bezeichnet man im Zeitungsdruck ein durch Längsteilung der Papierbahn entstehendes kleineres Zeitungsformat, im Unterschied zum vollen, durch die Bahnbreite vorgegebenen Format („Broadsheet“), zum Beispiel 28,5 x 40,0 cm statt 40,0 x 56,0 cm beim so genannten nordischen Zeitungsformat. Im englischen Sprachraum hat sich Tabloid von seiner ursprünglichen Bedeutung zur Bezeichnung für Boulevard-Zeitungen entwickelt, die in diesem Format gedruckt werden.

Tack

Definition:
Mit Tack (englisch – Klebrigkeit) oder deutsch Zügigkeit bezeichnet man die Spaltfähigkeit einer als Film aufgetragenen Farbe, etwa zwischen zwei Farbwalzen. Mit steigendem Tack wächst die Haftung der Farbe auf dem Gummituch (im Offsetdruck) und dem Bedruckstoff und damit die Druckqualität. Allerdings erhöht sich auch die Neigung zum Herausrupfen von Fasern oder Partikeln aus der Papieroberfläche. Da ein höheres Tack einen größeren Energieaufwand für das Spalten des Farbfilms bedeutet, entsteht auch mehr Wärme im Walzenfarbwerk.

Tiefen

Definition:
Die dunkelsten Stellen eines Bildes, also die Stellen mit den größten Rasterpunkten und der höchsten Dichte.

Tintenfraß

Definition:
Mit Tintenfraß bezeichnet man die allmähliche Zersetzung von Papier durch Eisengallustinte. In der Umgebung des Tintenauftrags färbt sich das Material bräunlich und zerfällt schließlich. Das Phänomen wird seit über hundert Jahren untersucht und ist auch heute noch nicht vollkommen verstanden. Nach bisherigen Kenntnissen scheinen zweiwertige Eisen-Ionen eine wichtige Rolle zu spielen. Sie kommen häufig in Form von Eisensulfat (FeSO4) als Verunreinigung in der Tinte vor und können eine katalytische Oxidation der Zellulose auslösen.

Tintenstein

Definition:
Mit Tintenstein oder Atramentum, dem lateinischen Wort für Tinte, bezeichnet man ein besonders tiefschwarzes Pigment, das sich aus dem Gerbstoff der Eichenrinde und Eisensalzen herstellen lässt. Anders als Eisenoxidschwarz enthält Tintenstein keine Eisenoxide. Als Pigment für Tinte eingesetzt, kann Tintenstein Papier chemisch zersetzen. Es wird heute nur noch selten verwendet.

Tonwertzuwachs

Definition:
In der Drucktechnik bezeichnet man mit Tonwertzuwachs die Erscheinung, dass die Tonwerte der Farben von Abbildungen von der Vorlage zum fertigen Druckerzeugnis zunehmen. Dieser Effekt betrifft besonders die Tonwerte von Bildern und ist im Allgemeinen beim Zeitungsdruck stärker ausgeprägt als beim Offsetdruck. Als wichtigste Ursache des Tonwertzuwachses gilt der Punktzuwachs, das heißt, die Erscheinung, dass Rasterpunkte beim Druck unter anderem durch verlaufende Farbe an Größe zunehmen.

Transparenz

Definition:
Gegensatz der Opazität, gibt an, wie durchsichtig ein Stoff ist.

Trapping

Definition:
Das Verfahren, mit dem -> Blitzer beim Druckprozess verhindert werden sollen. Vereinfacht ausgedrückt wird die hellere Farbe unter die dünklere Farbe „vergrößert”, damit Veränderungen des Papiers während des Druckvorganges ausgeglichen werden.

Tsai Lun

Definition:
Tsai Lun, ein hoher Beamter am Hof des chinesischen Kaisers Han Ho Ti aus der östlichen Han-Dynastie (25 – 220 n. Chr.), gilt als entscheidender Wegbereiter der Papierherstellung. Im Jahr 105 stellte Tsai seinem Herrscher den Herstellprozess vor, der sich im Prinzip bis heute nicht verändert hat. Als Rohstoffe dienten Tsai Hanf, die Bastschicht von Maulbeerbaum-Rinde sowie Lumpen und alte Fischernetze. Das Verfahren wurde in China über Jahrhunderte geheim gehalten und gelangte erst Mitte des 8. Jahrhunderts infolge kriegerischer Auseinandersetzungen in den arabischen Raum. Die erste Papierproduktion auf europäischem Boden ist für 1144 in Xativa bei Valencia in Spanien durch die Mauren verbürgt, die erste deutsche 1390 durch Ulman Stromer in Nürnberg. Seit über tausend Jahren streiten chinesische Gelehrte darüber, ob Tsai Lun das Papier erfunden, es wesentlich verbessert oder lediglich über ganz China verbreitet hat. Inzwischen steht fest, dass Papier schon lange vor Tsai Lun bekannt war. Zuletzt 1968 gemachte Funde bestätigen, dass es in China bereits zwischen 140 und 86 v. Chr. Papier gab. Es bestand aus Hanffasern und könnte das älteste Papier der Welt sein.

Überfüllung

Definition:
siehe: Trapping

Ultramarin

Definition:
Das Pigment Ultramarin verleiht dem Halbedelstein Lapislazuli (auch Lazurit) seine charakterische tiefblaue Farbe. Chemisch handelt es sich um sulfidhaltiges Aluminium- Natriumsilikat (etwa (Na10Al6Si6O4S2)x ). Bekannt ist Ultramarin seit dem Altertum. Der früheste Fund ist ein sumerisches Mosaik aus der Zeit um 3000 vor Christus. Weitere Beispiele gibt es aus der Schatzkammer des ägyptischen Pharao Ramses II. (1290- 1223 v. Chr.). Das natürliche Pigment ist heute wie früher sehr kostbar und wird entsprechend selten verwendet. 1828 gelang den drei Chemikern Giumet, Gmelin und Köttig unabhängig voneinander die künstliche Herstellung von Ultramarin, nachdem man sich bereits seit 1695 darum bemüht hatte. Dieses Farbmittel – auch bekannt als Azurblau, Ultrablau, Universalblau oder Pfaublau – wird heute vielfältig eingesetzt, darunter für Druckfarben.

umdrehen

Definition:
Einen Bogen so wenden, dass Vorder- und Seitenanlage wechseln. Es wird dieselbe Bogenseite bedruckt.

umschlagen

Definition:
Einen Bogen so wenden, dass die Seitenmarke wechselt, dieselbe Seite jedoch an den Vordermakren bleibt. Nach dem Umschlagen des Bogens liegt die Rückseite des Bogens oben.

umstülpen

Definition:
Einen Bogen so wenden, dass die Seitenmarke bleibt, die Vordermarke jedoch wechselt. Nach dem Umstülpen des Bogens liegt die Rückseite des Bogens oben.

Umweltengel

Definition:
Der Umweltengel ist ein Signet zur Auszeichnung umweltfreundlicher Produkte aus vielen Bereichen. Hersteller kännen die Verwendung des Zeichens beantragen, wenn ihr Produkt bestimmte, festgelegte Anforderungen erfüllt. Grafische Recycling-Papiere bekommen den Umweltengel, wenn sie aus 100% Altpapier bestehen, wobei mindestens 51% aus unteren, mittleren und krafthaltigen Sorten bestehen müssen.

UV-Farben

Definition:
Mit UV-Farben bezeichnet man Druckfarben, die durch Bestrahlung mit ultraviolettem Licht (UV) aushärten. Dazu enthalten diese Farben keine flüchtigen Substanzen, sondern neben Farbpigmenten einzelne Moleküle und kurze Molekülketten, die sich zu Polymeren verketten können, sowie so genannte Fotoinitiatoren. Letztere zerfallen bei Bestrahlung mit UV-Licht und bilden dabei hochreaktive Bruchstücke. Diese Radikale lösen einen Polymerisationsprozess aus, durch den feste, dreidimensionale Netzstrukturen entstehen. UV-Farben dienen vornehmlich zum Bedrucken von nichtsaugenden Materialien wie Metall (Blech) und Kunststoff, aber auch von hochwertigen Kartonagen und Etiketten.

Vakatseite

Definition:
Als Vakat bezeichnet man eine unbedruckte Buchseite.

Verdruckbarkeit

Definition:
Der Begriff Verdruckbarkeit (runability) fasst die Eigenschaften von Papier zusammen, die seine Eignung für die Verarbeitung in der Druckmaschine bestimmen; zum Beispiel seine Formstabilität und Festigkeit.

Vergilben

Definition:
Vergilben allgemein ein Ausdruck für das Verblassen von Farbstoffen. Bei Papier bezeichnet man die gelb-bräunliche Verfärbung als Vergilben. Ursache ist das aus dem Papier-Grundstoff Holz stammende Lignin, das sich unter Einwirkung von Licht und dem Sauerstoff der Luft allmählich in dieser Weise verfärbt. Holzfreies Papier enthält kein Lignin und vergilbt daher nicht.

Verlauf

Definition:
Als Verlauf bezeichnet man einen allmählichen Übergang von einer Farbe zu einer anderen in farbigen Abbildungen. Verläufe können von einem Farbwert zu einem anderen, zwischen verschiedenen Helligkeiten oder Sättigungen einer Farbe oder als Kombination davon auftreten. Gleichmäßige, stufenfreie Farbverläufe stellen besondere Qualitätsanforderungen an die Farbwiedergabe von Drucksystemen.

Versandtaschen

Definition:
Große Briefumschläge; sie bestehen meistens aus stabilerem Material (Kraftpapier) oder haben eine Papprückwand.

Vierfarb-Druck

Definition:
Es ist unmöglich im Druckprozess alle Farben zu drucken, die unser Auge unterscheiden kann, da es sich um Millionen von Druckgängen handeln würde. Man hat aber herausgefunden dass man mit 3 Farben den größten Teil darstellen kann. Um aber Schwarz ohne Farbstich darstellen zu können, wird als vierte Farbe Schwarz mitgedruckt, hier spricht man dann von CMYK (K steht für Schwarz oder Key, weil B für Black schon bei Blue (RGB) verwendet wird).

Vierfarbdruck

Definition:
Vierfärbiger Druck, bei dem man durch Zusammendruck der Farben -> CMYK in verschiedenen Abstufungen ein großes Farbspektrum erreicht.

Voith, Johann Matthäus

Definition:
Der Schlossermeister Johann Matthäus Voith (29. April 1803 – 22. April 1864) baute 1848 zusammen mit dem Papierfabrikanten Heinrich Voelter (1816 – 1886) aus Heidenheim die erste Holzschliffmaschine. Voelter hatte von Friedrich Gottlob Keller das Patent zur Holzschliffherstellung übernommen. Auf Voith geht der heutige Maschinenbaukonzern Voith AG mit einem Jahresumsatz von mehr als drei Milliarden Euro zurück.

Vollton

Definition:
In der Drucktechnik bezeichnet man eine gedruckte Farbe als Vollton, wenn die Farbe voll deckend, das heißt ohne Rasterung aufgetragen wird. Daneben unterscheidet man Dreivierteltöne mit einem etwa 65-prozentigen Farbauftrag, Mitteltöne mit 50-prozentiger Deckung und die Vierteltöne, bei denen der Bedruckstoff zu 25 Prozent mit Farbe bedeckt ist.

Volltondichte

Definition:
Mit Volltondichte bezeichnet man in der Drucktechnik die Farbdichte einer im Vollton, das heißt deckend gedruckten Farbfläche. Sie hängt im Wesentlichen von den Eigenschaften der Druckfarbe und der Dicke der Farbschicht ab. Die Abkürzung von Volltondichte lautet DV (Dichte Vollton).

Volltonfarben

Definition:
Alle Buntfarben, die aus einer einzigen Farbe bestehen (Schmuck- oder Sonderfarben). Volltonfarben können im Vierfarb-Druck nur unzureichend wiedergegeben werden. Die gebräuchlisten Schmuckfarbensysteme sind HKS und Pantone.

Volumen

Definition:
Mit dem Volumen einer Papiersorte bezeichnet man seinen Rauminhalt im Verhältnis zu einer vergleichbaren, normal herstellten Papiersorte. Papier mit dem Volumen 1,2 nimmt beispielsweise einen 20 Prozent größeren Raum ein als die normale Sorte, ist also bei gleichem Flächengewicht 20 Prozent dicker. Papiere mit höherem Volumen vermitteln einen festeren griffigeren Eindruck und werden vor allem für den Buchdruck verwendet.

Wegschlagen

Definition:
Mit Wegschlagen bezeichnet man das Eindringen von Binde- und Lösungsmittelanteilen der Druckfarbe in das Papier während der Trocknung. Pigmente und Harzanteile bleiben an der Oberfläche und bilden eine zusammenhängende Farbschicht, die später verhärtet.

Weiße Kunst

Definition:
Weiße Kunst ist im Kontrast zur Schwarzen Kunst – des Buchdrucks – eine Bezeichnung für die Papierherstellung.

Weißpunkt

Definition:
Bezugspunkt, der den hellsten Bereich eines Bildes definiert.

Werkdruck

Definition:
Werkdruck ist eine allgemeine Bezeichnung für den Druck von Büchern und Broschüren, die im Wesentlichen Text und nur zum geringen Teil Bilder enthalten.

Widerdruck

Definition:
Druck auf der Rückseite eines Druckbogens. Den ersten Durchgang bezeichnet man als Schöndruck.

Wiegendrucke

Definition:
Mit Wiegendrucken bezeichnet man Buchdrucke mit beweglichen Lettern, die bis zum 31. Dezember 1500 entstanden. Weitere Namen für diese Druckerzeugnisse sind Inkunabeln (lateinisch incunabula = Windeln) und Frühdrucke. Die Gesamtzahl der Titel des 15. Jahrhunderts wird auf etwa 26 000 bis 40 000 geschätzt. Inkunabeln haben in der Regel kein Titelblatt, und es fehlt häufig ein Hinweis auf den Drucker, den Druckort und das Erscheinungsjahr. Da man davon ausgeht, dass die frühen Drucker zugleich auch ihre eigenen Schrifttypen herstellten, erfolgt die Herkunftsbestimmung von Wiegendrucken unter anderem über einen Vergleich der verwendeten Schriften. Der 31. Dezember 1500 gilt formal als Zeitgrenze für diesen Buchtyp.

Winkelhaken

Definition:
Bei einem Winkelhaken handelt es sich um ein hölzernes und später aus Metall bestehendes Arbeitsgerät des Setzers zur Zeit des Handsatzes. Es ist eine winkelförmige Schiene, die auf der einen Seite über ein feststehendes und auf der anderen über ein verschiebbares Endstück verfügt, so dass sich die gewünschte Zeilenbreite einstellen lässt. Etwa zehn Zeilen finden im Winkelhaken Platz, wobei die einzelnen Zeilen auf einen Streifen aus Metall gesetzt werden. Ist der Winkelhaken gefüllt, werden die Zeilen in einen größeren Behälter, das Setzschiff, gehoben.

Xerographie

Definition:
Die Xerographie wurde von Chester F. Carlson, Physiker und Patentanwalt, erfunden. Das Wort Xerographie leitet sich im übrigen aus den griechischen Wörtern xeros für „trocken“ und graphein für „schreiben“ ab.

Yellow

Definition:
Yellow ist die englische Bezeichnung für die Grundfarbe Gelb.

Zeilen-Sensor

Definition:
Bei Flachbettscannern tastet eine schmale Zeile von CCD-Elementen das Bild ab. Dabei fährt die Zeile entweder der Länge nach über das Bild, oder aber die Zeile ist fix und das Bild wird an der Scanzeile vorbeigeführt. Dabei braucht die Scanzeile nicht unbedingt die Abmessungen der Schmalseite des Scannerbettes haben. Oft fokussiert eine Optik die Abtastbreite des zu scannenden Bildes genau auf die Länge des Zeilensensors.

Zeitungsformate

Definition:
Es gibt 3 klassische Zeitungsformate: Berliner Format 315 mm x 460 mm; Rheinisches Format 365 mm x 530 mm; Nordisches Format 390 mm x 560 mm Alle Maße im nicht aufgeschlagenem Zustand.

Zuschuss

Definition:
Über die erforderliche Druckbogenanzahl hinausgehende Papiermenge, die zum Einrichten, für den Fortdruck und die Weiterverarbeitung notwendig ist.