Lexikon – Druckverfahren

Hier erklären wir kurz die verschiedenen Druckverfahren, auch viele alte Druckverfahren sind dabei, obwohl manche heute nicht mehr gebräuchlich sind, möchten wir nicht, dass sie vergessen werden.

Anilindruck

Definition:
Ältere Bezeichnung für den Flexodruck

Bogenoffsetmaschine

Definition:
Bogenoffsetmaschinen bedrucken einzelne, geschnittene Bögen, Rollenoffsetmaschinen bedrucken endlose Papierbahnen.

Buchdruck

Definition:
Druckverfahren nach dem Hochdruckprinzip. Beim Buchdruck besteht die Druckform aus Bleilettern, gegossenem Maschinensatz oder Zink- bzw. Kunststoff-Klischees.

Coldset

Definition:
Farben für den Zeitungs-Rollenoffset, die ausschließlich physikalisch durch Wegschlagen (eindringen) in das Papier trocknen.

Digitaldruck

Definition:
Mit Digitaldruck bezeichnet man Druckverfahren, bei denen die Informationen direkt ohne eine Druckvorlage vom Computer aufs Papier gebracht werden. Dabei wird die Technologie des Farbdruckers mit der Mechanik einer Druckmaschine verbunden. Digitaldruck ist bei kleinen Auflagen schneller und preisgünstiger und erlaubt spezielle Techniken wie z.B. personalisiertes Drucken.

Direct Imaging

Definition:
Mit dem englischen Begriff Direct Imaging bezeichnet man im Digitaldruck die Bebilderung direkt auf die Druckform.

Druckverfahren

Definition:
Die verbreitetsten Druckverfahren sind: Hochdruck (z.B. Flexodruck) Flachdruck (z.B. Offsetdruck), Durchdruck (z.B. Siebdruck) und Tiefdruck.

Feuchtwerk

Definition:
Das Feuchtwerk in Offsetdruckmaschinen hat die Aufgabe, die nichtdruckenden Stellen der Druckform mit einem dünnen Film aus Feuchtmittel (Wasser) zu benetzen.

Flachdruck

Definition:
Beim Flachdruck liegen druckende und nichtdruckende Partien der Druckform in einer Ebene. Das Funktionsprinzip beruht auf der Tatsache, dass Wasser und Öl einander abstoßen, daher sind die druckenden Flächen einer Druckform wasserabweisend und die nichtdruckenden Flächen wasserfreundlich. Wird die Druckform nun mit einem Wasserfilm benetzt, bleiben nur die druckfreien Stellen feucht, die druckenden Stellen können die ölfreundliche Farbe annnehmen. Der Offsetdruck ist das typische, vorwiegende Flachdruckverfahren.

Flexodruck

Definition:
Als Hochdruckverfahren verwendet der Flexodruck fotopolymere Auswaschdruckformen. Mit rel. dünnflüssiger Druckfarbe können unterschiedlichste Materialien bedruckt werden. Der Flexodruck gilt als sehr schnelles, unkompliziertes Druckverfahren, das sich vorwiegend für den Verpackungsdruck eignet.

Heliogravur

Definition:
Von dem tschechische Maler und Grafiker Karel Václav Klí_ 1868 vorgestellt, ist die Heliogravur (auch Heliogravüre – von griechisch helios – Sonne) oder Fotogravur ein fotochemisches Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckplatten. Als ersten Schritt kopiert man bei dieser Methode ein Diapositiv auf Pigmentpapier. Dessen Gelatineschicht erhärtet in Abhängigkeit vom Lichteinfall. Auf der als Druckplatte vorgesehenen polierten Kupferplatte wird zunächst eine feine Schicht Asphaltstaub aufgeschmolzen. Dann überträgt man die Gelatineschicht des Pigmentpapiers durch Druck auf die Platte. Das Trägerpapier entfernt man durch Auswaschen mit Wasser. Dabei lösen sich auch die nicht erhärteten Gelatine-Anteile, so dass ein Relief nach der Bildvorlage entsteht. Beim anschließenden, mehrstufigen Ätzvorgang mit Eisenchlorid-Lösungen trägt die Säure das Kupfermaterial je nach Stärke der Gelatineschicht unterschiedlich weit ab. Dies geschieht jedoch nur an den Flächen zwischen den Asphaltpartikeln. Dadurch entwickelt sich ein System winziger, unterschiedlich tiefer Gruben im Kupfermaterial. Sie nehmen im Tiefdruckverfahren entsprechende Mengen an Druckfarbe auf und reproduzieren so die Halbtöne der Druckvorlage. Die Heliogravur diente besonders zwischen 1890 und 1910 zur einfarbigen Illustrierung anspruchsvoller Bücher.

Hochdruck

Definition:
Hochdruck (auch Buchdruck genannt) ist das älteste Druckverfahren. Beim Hochdruck sind die druckenden Flächen der Druckform höher, als die nichtdruckenden Flächen. Dieses Druckverfahren wird auch beim Bleisatz verwendet. Das Prinzip entspricht dem eines Stempels.

Inkjet-Druck

Definition:
Der Inkjet-Druck ist ein berührungsloses Druckverfahren, bei dem das Druckbild durch winzige Tintenträpfchen entsteht, die computergesteuert auf das Papier gespritzt werden. Es muß eine schnelle Aufnahme der Tintenarten sicher gestellt werden, was heute teilweise durch konstruktionsbedingte Verbessung der Papierqualität im Drucker selbst erreicht wird. Der Volksmund nennt diese Geräte ?Tintenpisser?.

Intaglio-Regenbogendruck

Definition:
Mit Intaglio bezeichnet man eine künstlerische Gravur; im Kunstdruck wird der Begriff als Sammelbezeichnung für die Zeichentechniken verwendet, die im Ergebnis zu Tiefdruck-Platten führen: Kupferstich, Stahlstich, Radierung etc. Regenbogendruck – auch Irisdruck genannt – ist ein mehrfarbiger Druck von einer einzelnen Druckplatte, die dazu in verschiedenen Bereichen unterschiedlich eingefärbt wird. Diese Drucktechnik stammt aus dem Kunstdruck, wo sie in Verbindung mit Intaglio-Techniken entwickelt und angewandt wurde.

Kiss Printing

Definition:
Mit Kiss Printing („Kuss-Drucken“) bezeichnet man im englischen Sprachraum das Drucken mit elastischen, weichen Druckplatten und geringem Anpressdruck zwischen Formzylinder und Bedruckstoff, wie es insbesondere beim Flexodruck üblich ist.

Kupfertiefdruck

Definition:
Kupfertiefdruckpapier ist besonders weiches und saugfähiges Papier. Dazu gehören auch handgeschöpfte Papiere aus Japan, da sie aus langen, geschmeidigen Japanfasern hergestellt werden (Japanpapier) und auf Handpressen für druckgraphische Arbeiten die Feinheiten eines Kupferstiches besonders gut wiedergeben.

Laserdruck

Definition:
Dieser weitverbreitete Druckertyp arbeitet mit einer sich drehenden Trommel, deren Oberfläche bei Lichteinfall leitfähig wird. Diese Trommeloberfläche wird zunächst elektrisch aufgeladen. Dann schreibt ein Laser-Lichtstrahl über ein rotierendes Spiegelrad die Druckinformation zeilenweise auf die Trommel. Dort, wo Licht auf die Trommeloberfläche trifft, wird sie entladen. Anschließend aufgebrachtes Farbpulver haftet dadurch nur an den unbeleuchteten Stellen. Auf Papier übertragen und durch Wärme fixiert, erzeugt es das gewünschte Druckbild.

Leimdruck

Definition:
Als traditionelles Druckverfahren für Papiertapeten hat der Leimdruck seinen Namen von den dabei verwendeten Farben, die Leim als Bindemittel verwenden. Es handelt sich um ein Hochdruckverfahren, bei dem die Druckwalzen aus Holz bestehen, in das die erhöhten, druckenden Flächen aus Messingstreifen gebogen und eingeschlagen werden. Größere druckende Flächen füllt man dabei mit Filz aus. Für jede Farbe des Musters ist eine eigene Druckwalze erforderlich. Leimdruck dient heute vor allem zur Herstellung besonders hochwertiger Tapeten. Einfachere Muster druckt man dabei mit Kunststoffwalzen, bei denen die nicht druckenden Partien ausgefräst sind.

Letterset

Definition:
Mit dem englischen Begriff Letterset bezeichnet man den indirekten Hochdruck. Bei diesem Druckverfahren wird die Druckfarbe von der Druckform über einen Gummituchzylinder ohne Feuchtung auf den Bedruckstoff übertragen. Fälschlicherweise spricht man auch von Trockenoffset, so dass es zur Verwechselung mit dem wasserlosen Offsetdruck kommt. Das Letterset-Verfahren findet unter anderem beim Endlosformular- und beim Verpackungsdruck Anwendung.

Multicolordruck

Definition:
Druck mit mehr als 4 Farben. Meist wird -> CMYK und 1 bis 3 Buntfarben verwendet. Die zusätzlichen Farben können z.B. Orange, Grün und Blau sein. Man erreicht dadurch eine höhere Farbbrillanz, da diese Zusatzfarben reiner sind als bei einer Wiedergabe mit CMYK.

Nass-auf-Trocken-Druck (N-a-T-Druck)

Definition:
Mehrfarbiger Druck, bei dem die vorhergehende Druckfarbe bereits getrocknet ist, bevor die folgende gedruckt wird. Beispiel: Farbdruck auf einer Einfarben-Druckmaschine.

Nass-in-Nass-Druck (N-i-N- Druck)

Definition:
Druck in Mehrfarbendruckmaschinen mit zwei oder mehr Farben. Die zweite und weitere Farben werden dabei gedruckt, ehe die vorherigen getrocknet sind.

Neun-Zylinder-Druckwerk

Definition:
Bei dem Neun-Zylinder-Druckwerk – auch Neun-Zylinder-Satellit genannt – handelt es sich um ein Konstruktionsprinzip für Bogenoffset- und auch Rollenoffset- Druckmaschinen. Vier Druckwerke (Druck- und Gummizylinder) sind hier um einen gemeinsamen Gegendruckzylinder angeordnet. Auf diese Weise liegt die Papierbahn während des gesamten Vier-Farben-Druckprozesses an einem Zylinder an. Die vier Farben werden kurz hintereinander im so genannten Nass-in-Nass-Verfahren aufgetragen. Diese Maschinenbauweise soll einen besonders exakten Vier-Farben- Druck ermöglichen.

NIP-Druckverfahren

Definition:
Die Abkürzung NIP steht für Non Impact Printing, eine Sammelbezeichnung für alle Druckverfahren, die ohne feste Druckform auskommen. Dies sind vor allem die aus der Computertechnik stammende Laser- beziehungsweise LED- und Ink-Jet- Druckverfahren. Der Begriff „Non Inpact“ deutet an, dass der Druck anders als bei anderen Computer-Druckmethoden nicht durch mechanisches Aufschlagen (Impact) auf den Bedruckstoff erfolgt.

Non Impact-Drucker

Definition:
Non Impact-Drucker arbeiten mit einer Technik, die berührunglos auf den Bedruckstoff drucken (z. B. Laserdrucker, Xerographie, Inkjetdrucker).

Offset-Tiefdruck-Konversion

Definition:
Mit Offset-Tiefdruck-Konversion (OT) bezeichnet man ein Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckformen, bei dem gerasterte Offsetfilme als Vorlagen dienen. Als besonderer Vorteil davon gilt, dass man Andrucke oder Proofs nicht aufwändig mit Tiefdruck- Maschinen anfertigen muss, sondern mit Hilfe der Offsetfilme machen kann. Dies ist möglich, weil die Tonwertwiedergabe der Offsetvorlagen der des Tiefdruckprodukts entspricht.

Offsetdruck

Definition:
Das Offsetdruck-Verfahren soll bei üblicher Verarbeitung immer die Schmalseite des Bogens die gräßere Dehnung aufweisen. Kleinere Schwierigkeiten im Passer kännen bei dieser Beschaffenheit des Papiers (Schmalbahn) leichter behoben werden. Papiere, die für den mehrfarbigen Flachdruck bestimmt sind, müssen deshalb auf der Papiermaschine, von vereinzelten Ausnahmen abgesehen, in Schmalbahn gearbeitet werden. Um Verwechslungen vorzubeugen, wird darauf hingewiesen, daß die Druckabwicklung im allgemeinen stets quer zur Laufrichtung des Papiers erfolgt. Die Papierfaser soll parallel zum Greiferrand liegen.

Prägefoliendruck

Definition:
Beim Prägefoliendruck wird anstelle von Druckfarbe eine dünne Folie aus Kunststoff im Hochdruckverfahren mittels Druck und Wärme auf den Bedruckstoff aufgebracht. Für Silberglanz sorgt eine im Vakuum auf die Folie aufgedampfte Aluminiumschicht. Mit einem gelben oder rosa Lacküberzug erzielt man einen Gold- oder Kupfereffekt. Die Prägefolien können selbst auch Strukturen aufweisen – etwa holographische Darstellungen. Auch lässt sich mit der Übertragung der Folie ein Relief durch den Druck in das zu bedruckende Material prägen. Prägefoliendruck dient zur besonders attraktiven Ausstattung von Druckerzeugnissen, aber auch zum Schutz gegen Fälschungen.

Rollenoffset-Druckmaschine

Definition:
Die Entwicklung der Rollenoffset-Druckmaschine geht auf den Deutschamerikaner Caspar Hermann (1861-1934) zurück. Er erhielt 1906 ein Patent auf eine Maschine, mit der man endlos von der Rolle drucken konnte und den Bau von Gummi-gegen-Gummi- Druckmaschinen für den gleichzeitigen Schön- und Widerdruck erlaubte. Bei solchen Maschinen sind die Druckwerke in Reihenbauweise angeordnet. Ein Satellitensystem dagegen benötigt wie beim Bogenoffset nur einen Druckzylinder. Hier wird eine Seite der Papierbahn gedruckt, getrocknet und dann die andere Seite bedruckt. Je nach Einsatzbereich und Auflagenhöhe gibt es eine Vielzahl von Maschinenkonfigurationen und Zylindersystemen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Rollenoffsetmaschinen für Akzidenzen und Zeitschriften, die im Heatset- Verfahren arbeiten, und Offset-Zeitungs-Rotationsdruckmaschinen, die nach dem Coldset-Prinzip funktionieren. Beim Heatset-Verfahren wird die Druckfarbe mit Wärme getrocknet, während sie im anderen Fall durch bloßes Wegschlagen in das Papier trocknet.

Rollenoffsetdruck

Definition:
Beim Rollenoffsetdruck wird eine Papierbahn von der Rolle abgewickelt und der Maschine zum Bedrucken zugeführt. Wie beim Bogenoffset erfolgt die Druckübertragung von der Platte auf eine Gummifläche und dann auf den Bedruckstoff. Die Druckqualität von Rollenoffsetmaschinen ist mit der von Bogenoffsetmaschinen vergleichbar. Allerdings kann es beim Akzidenzdruck auf gestrichenen, das heißt weniger saugfähigen Papieren zu einer gewissen Beeinträchtigung der Oberfläche bezüglich Glanz und Glätte kommen.

Rotationsdruckmaschine

Definition:
Rotationsdruckmaschinen arbeiten nach dem Prinzip Zylinder gegen Zylinder: Gegeneinander rotierende Zylinder bilden Druckform und Gegendruckkörper. Rotationsdruckmaschinen gibt es sowohl für den Bogen- als auch für den Rollendruck. Mit diesem Maschinentyp lassen sich alle Druckverfahren (Hoch-, Tief-, Offset- und Flexodruck) realisieren. Für die Entstehung der gebogenen Druckplatte waren die Fortschritte im Bereich der Stereotypie (Gips und Papier) von Nutzen. Zu den Schrittmachern bei der Entwicklung der Mechanik zählen namentlich der Engländer Augustus Applegath (1688-1861), der Amerikaner William Bullock (1813-1866) und die New Yorker Firma R. Hoe & Company. In Deutschland brachte die Aktiengesellschaft Maschinenfabrik Augsburg die erste Rotationsdruckmaschine heraus. Diese „Maschine zum Drucken von endlosem Papier“ war 1863 auf der Weltausstellung in Wien zu sehen. Friedrich Koenigs Neffe Carl August Reichenbach (1801-1883) zählte zu den Besitzern der Fabrik, die sich später mit der Maschinenfabrik-Actiengesellschaft Nürnberg zur MAN zusammenschloss, in deren Umfeld 1969 die heutige MAN Roland Druckmaschinen AG entstand.

Satellitenprinzip

Definition:
Nach dem Satellitenprinzip arbeitet eine Offset-Druckmaschine, bei der um einen zentralen Gegendruckzylinder herum mehrere vollständige Druckwerke mit Plattenzylinder, Gummizylinder, Farbwerk und Feuchtwerk angeordnet sind. Dadurch werden alle Farben in einem Vorgang nass in nass gedruckt.

Schön- und Widerdruckmaschine

Definition:
Eine Schön- und Widerdruckmaschine ist allgemein eine Bogendruckmaschine, die den Druckbogen in einem Bogendurchlauf beidseitig (Schön- und Widerdruckseite) bedruckt.

Schöndruck

Definition:
Der erste Druck auf einem zweiseitig zu bedruckenden Bogen

Siebdruck

Definition:
Beim Siebdruck besteht die Druckform aus einem Siebgewebe mit Druckschablone. Die Druckfarbe wird durch die Druckform hindurch auf das zu bedruckende Material übertragen. Zum Übertragen des Bildes auf das Sieb gibt es mehrere Methoden von einfacher manueller Art bis zum fotografischen Prozess. Der Farbauftrag beim Siebdruck ist fünf bis zehnmal so dick wie bei anderen Druckverfahren. Er eignet sich daher besonders für hochwertige Werbedrucke, Schilder, Plakate und Verpackungsdrucke.

Siebenfarbendruck

Definition:
Der Siebenfarbendruck ist eine Variante des Offsetdrucks, bei der man neben den herkömmlichen Druckfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz auch noch Violettblau, Grün und Orangerot einsetzt. Das nach einer Theorie des Farbenspezialisten Harald Küppers entwickelte System liefert auch im Bereich der zusätzlichen drei Farben leuchtende Druckergebnisse, die sich mit dem normalen Vierfarbendruck nicht erreichen lassen.

Stahlstichprägung

Definition:
Als Variante des Stichtiefdrucks erzeugt die Stahlstichprägung ein Relief auf der Vorderseite des Papiers und eine Prägung auf der Rückseite. Texte und Grafiken werden fühlbar erhaben und glänzend hervorgehoben. Man erreicht diesen Effekt durch die entsprechende Formung der von Hand gravierten Druckvorlage. Die Stahlstichprägung gilt als hochwertiges Druckverfahren, das besonders brillante und lebendige Ergebnisse liefert.

Steindruck

Definition:
Steindruck ist ein Flachdruckverfahren, bei dem Solnhofer Kalkstein (aus Solnhofen/Mittelfranken) als Druckform dient. 1696 von Alois Senefelder erfunden, fand das Verfahren besonders im 19. und angehenden 20. Jahrhundert weite Verbreitung. Heute setzt man Steindruck im Wesentlichen nur noch für grafische Arbeiten ein.

Steinradierung

Definition:
Die Steinradierung ist eine Mischung aus Tiefdruck und Lithografie, bei der die Zeichnung mit einer Nadel in eine dünne Schutzlack-Schicht geritzt und anschließend in den Stein geätzt wird. Die haarfeinen Linien von Steinradierungen erscheinen im Druck dunkelgrau bis schwarz und liegen erhaben auf dem Papier. Zeitweise wurden Steinradierungen für kommerzielle Zwecke auch mit speziellen Graviermaschinen gestochen, die präzise Linien und Kurven zeichnen konnten. Um abgestufte Linienstärken zu erzielen, kann die Ätzung stufenweise erfolgen, wobei nach jeder Ätzstufe die Linien, die schon tief genug sind, mit Lack abgedeckt werden.

Stereotypie

Definition:
Als Stereotypie bezeichnet man die Abformung und Vervielfältigung von Schriftsatz oder Druckstöcken zur Rationalisierung des Druckprozesses und später auch für die Herstellung runder Druckplatten für den Rotationsdruck. Erstmals verwendete nach neueren Forschungsarbeiten der Amsterdamer Rabbiner und Buchdrucker Joseph Athias (1635 – 1600) im Jahr 1663 ein nicht näher bekanntes Stereotypie-Verfahren zum Druck von Bibeln. Um 1600 stellten J. van der Mey und Johann Müller um 1600 in Leiden ein Stereotypie- Verfahren vor. Auf dieser Basis entwickelte der Drucker und Goldschmied William Ged (1690 – 1649) in Edinburg 1625 eine praktikable Methode zur Abformung von Druckstöcken mit Gips, fand damit bei den Druckern seiner Zeit allerdings keine Anerkennung. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts beschäftigte sich dann der französische Typograf und Drucker Firmin Didot (1664 – 1836) mit der Vervielfältigung von Druckstöcken. Von ihm stammt auch der Name Stereotypie. 1803 verkaufte Didot das Stereotypie-Patent 1803 an den Charles Stanhope (den dritten Earl of Stanhope). Der britische Erfinder, von dem auch die erste eiserne Druckerpresse stammt, trug danach wesentlich zur Verbreitung des Verfahrens bei. Einen entscheidenden Impuls erhielt die Stereotypie 1829 durch den Schriftsetzer Claude Genoux (1811 – 1864) in Lyon, der die bis dahin verwendete Gipsform durch Lagen von Seidenpapier und einem Gemisch aus Leim und einem Füllstoff (Schlämmkreise etc.) ersetzte. In getrockneter Form konnte man solche so genannten Matern vor dem Ausgießen in eine runde Form bringen, und damit ließen sich erstmals in einfacher Weise runde Druckplatten als Voraussetzung für den Rotationsdruck herstellen. Später ging man dazu über, den Abdruck des Druckstocks unter hohem Druck in spezielles, angefeuchtetes Papier zu prägen. Heute haben elektronische Satzverfahren zusammen mit dem Bleisatz auch die Stereotypie verdrängt.

Thermochromische Druckfarben

Definition:
Thermochromische Druckfarben verändern ihre Farbe analog zu Temperaturveränderungen. Je nach Art der Farbe kann sich dabei der Farbton ändern, oder die Färbung verschwindet ganz. Manche thermochromischen Druckfarben reagieren bereits bei kurzer Berührung auf Körperwärme. Auf diese Weise lassen sich Dokumente in leicht überprüfbarer Form gegen Fälschung schützen. Farben, die bei geeigneten Temperaturen umschlagen, setzt man als Temperaturanzeige für Getränke und Medikamente oder auch zur Überwachung von Heiz- oder Kühlaggregaten ein. Die meisten Farbveränderungen sind reversibel, es gibt aber auch thermochromische Druckfarben, die bei einer bestimmten Temperatur dauerhaft ihre Farbe ändern. Auf hitzeempfindlichen Produkten angebracht können sie auf mögliche Schäden hinweisen.

Tiefdruck

Definition:
Dieses Druckverfahren verwenden Rotationsdruckmaschinen hoher Leistung. Die druckenden Elemente liegen hier in Form von Näpfchen in der Oberfläche des Tiefdruckformzylinders vor. Das Druckbild wird in aller Regel durch elektromechanische Gravur mit einem Diamantstichel auf den Zylinder übertragen. Beim Druckvorgang wird der Druckzylinder vollkommen eingefärbt. Dann streift ein Rakelmesser die überschüssige Farbe von der Oberfläche ab, und die Farbe verbleibt nur noch in den Vertiefungen. Dann presst eine gummierte Walze die Papierbahn gegen den Druckzylinder, und die in den Näpfchen zurückgebliebene Farbe wird an das Papier abgegeben.

Tiegel

Definition:
Hochdruck-Maschine.

Tiegeldruckmaschine

Definition:
Mit Tiegeldruckmaschine oder kurz Tiegel bezeichnet man Buchdruckmaschinen, die nach dem bereits von Johann Gutenberg verwendeten Prinzip „Fläche gegen Fläche“ arbeiten. Um hierfür den notwendigen Anpressdruck zu erreichen, müssen Tiegeldruckmaschinen mit vergleichsweise hohen Kräften arbeiten und sind daher auf Formate bis etwa DIN A3 beschränkt. Als Pionier auf diesem Gebiet gilt der US-Amerikaner Stephen P. Ruggles, der 1830 seine erste mechanisch getriebene „Engine Press“ vorstellte. Eine der erfolgreichsten Tiegeldruckmaschinen konstruierte sein Landsmann George Phineas Gordon 1850. Er nannte sie nach Benjamin Franklin „Franklin Press“, bekannter war sie aber als Gordon Jobber. Sie wurde mit unverändertem Grundprinzip bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts gebaut. 1913 erfand der Kölner Buchdrucker den ersten automatischen Bogenanleger, der dann 1914 bei dem Heidelberger Tiegel der Heidelberger Druckmaschinen AG Verwendung fand. Von dieser Maschine wurden bis 1984 über 160 000 Exemplare gebaut. Sie ist damit die meistgebaute Buchdruckmaschine der Welt.

Vierfarbendruck

Definition:
Druck einer Farbvorlage durch die Grundfarben cyan, gelb, magenta und schwarz (Euroskala) mit je einer Druckform.

Wasserloser Offsetdruck

Definition:
Der so genannte wasserlose Offsetdruck verwendet Druckplatten, bei denen die nichtdruckenden Bereiche im Gegensatz zum herkömmlichen Offsetdruck nicht durch Auftragen eines Feuchtmittels auf Wasserbasis farbabweisend gemacht werden müssen, sondern aus Silikon bestehen, das von sich aus die ölige Druckfarbe abstößt. Im Unterschied zum normalen Offsetprozess, gilt das Druckverfahren als umweltfreundlicher, weil es ohne Feuchtmittel auskommt. Darüber hinaus lassen sich damit qualitativ bessere Druckergebnisse – vor allem brillantere Farben – erzielen und feinere Raster einsetzen.

Wendemaschine

Definition:
Dabei handelt es sich um eine Druckmaschine, die Schön- (Vorderseite) und Widerdruck (Rückseite) in einem Durchgang erledigt. Das Patent für diesen Maschinentyp erhielt Friedrich Koenig. Es stammt vom 24. Dezember 1814.

Wendetrommel

Definition:
Mechanische Vorrichtung zum Wenden des Druckbogens innerhalb der Papiermaschine.

Y-Druckeinheit

Definition:
Mit Y-Druckeinheit bezeichnet man ein Konstruktionsprinzip für Rollenoffset- Druckwerke, auch als Y-Bauweise oder Sechs-Zylinder-Druckwerk bezeichnet. Die drei Gummizylinder sind hier so ausgerichtet, dass ein Gummizylinder gleich den Gegendruckzylinder für die beiden anderen Gummizylinder bildet. Mit dieser Konstruktion lassen sich maximal drei Farben drucken, wobei die dritte Farbe im so genannten Dilitho-Verfahren aufgetragen wird, das heißt direkt von der Platte auf die Papierbahn.